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Länder- und Marktinformationen 4/2026

Afrika

ÄGYPTEN / SCHIENENVERKEHR: Ägypten baut Schienenverkehr aus

Hochgeschwindigkeitszüge, neue U-Bahnlinien, mehr Frachtverkehr auf der Schiene – Ägypten investiert in sein Eisenbahn- und Nahverkehrsnetz.

Im November 2025 war es soweit: Ein Regionalzug vom Siemens-Typ Desiro nahm die Testfahrt auf dem ersten fertiggestellten Teilstück der Hochgeschwindigkeitsstrecke westlich von Kairo auf. Gleichzeitig präsentierte Siemens den für Wüstenregionen angepassten Schnellzug Velaro auf der Messe TransMEA in der ägyptischen Hauptstadt. Damit nimmt das größte Bahnprojekt Ägyptens konkrete Formen an: ein Hochgeschwindigkeitsnetz mit insgesamt rund 2.000 Kilometern, verteilt auf drei Linien. Die erste Verbindung von Mersa Matruh am Mittelmeer nach Ain Sukhna am Golf von Suez soll 2027 in Betrieb gehen. Für zwei weitere Strecken gibt es bisher keinen verbindlichen Fertigstellungstermin.

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ALGERIEN / ZOLL: Algerien digitalisiert Verfahren für Einfuhrprogramme

Algerien hat eine neue Online‑Plattform eingeführt. Importeure müssen ihre Einfuhrprogramme dort fristgerecht hochladen.

Das algerische Ministerium für Außenhandel und Exportförderung hat eine digitale Plattform freigeschaltet, über die Einfuhrprogramme für Importwaren zum Weiterverkauf in unverändertem Zustand hinterlegt werden müssen. Algerische Unternehmen können ihre Programme vom 22. März bis 30. April 2026 ausschließlich online einreichen. Die Behörden fordern betroffene Importeure auf, sich fristgerecht zu registrieren und ihre Unterlagen digital zu übermitteln.

Das Ministerium veröffentlichte das entsprechende Communiqué über seine offiziellen Social‑Media‑Kanäle.

Hintergrund

Bereits im Januar 2023 hatte das Ministerium mitgeteilt, dass Importeure, die Waren zur Weiterveräußerung in unverändertem Zustand einführen und eine gültige Konformitätsbescheinigung besitzen, ein Jahres‑Einfuhrprogramm vorlegen müssen. Die Importplanung war zunächst in Excel‑Format auf CD‑Speichermedien bei den lokal zuständigen Stellen einzureichen.

Rechtsgrundlage sind die Exekutivdekrete Nr. 21/94 vom 9. März 2021 und Nr. 05/45 vom 30. November 2005.

Zum Beitrag: Algerien digitalisiert Verfahren für Einfuhrprogramme | Zollbericht | Algerien | Zollgesetz und Zollverfahren

GABUN / IMPORT: Konformitätszeugnis für regulierte Produkte verpflichtend

SGS bleibt bis April 2029 offiziell beauftragt, Konformitätsbewertungen für das gabunische PROGEC‑Programm durchzuführen.

Die gabunische Regierung hat den Vertrag mit SGS zur Durchführung der Vorabprüfung der Konformität (Product pre-verification of conformity/PVoC) im Rahmen des PROGEC‑Programms um weitere drei Jahre verlängert – bis April 2029. Damit können Exporteure weiterhin die Prüf‑ und Zertifizierungsprozesse von SGS in Anspruch nehmen.

Zum Beitrag: Afrikas Wirtschaft wächst 2026 deutlich schneller | Wirtschaftsausblick | Afrika

MAROKKO / BAUSTOFFMARKT: Marokkos Zement- und Betonsektor im Zeichen der Dekarbonisierung

Der marokkanische Markt für Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Baumaterial steht vor einem technologischen Wendepunkt. Die deutsche Wirtschaft kann davon profitieren.

Umfangreiche Hoch- und Tiefbauvorhaben treiben die mengenmäßige Nachfrage nach Baumaterial in Marokko auf ein Rekordniveau. Dabei verschiebt sich der Fokus der Investitionen in Maschinen und Anlagen zur Erzeugung von Baumaterial weg von reinen Kapazitätserweiterungen hin zur ökologischen Transformation. Als Beispiel können Zement- und Betonproduktionsanlagen dienen: Lokale Zementhersteller wie LafargeHolcim Maroc und Ciments du Maroc (Heidelberg Materials) senken aktuell ihre CO2-Bilanz. Für deutsche Anlagenbauer, die führend in der Klinker-Substitution und der energetischen Optimierung von Drehöfen sind, eröffnen sich hierdurch Absatzpotenziale. Gefragt sind Technologien für die thermische Verwertung von Abfällen und hocheffiziente Mahlanlagen, die den Energieverbrauch pro Tonne Zement reduzieren.

Im Bereich der Betonproduktion verlagert sich der Markt auf mobile Hochleistungs-Mischungsanlagen, die direkt an den Großbaustellen eingesetzt werden. Deutsche Hersteller punkten hier mit ihrer Präzision bei der Dosierung und der Langlebigkeit der Komponenten. Angesichts der oft extremen klimatischen Bedingungen Marokkos ist das ein entscheidendes Verkaufsargument gegenüber günstigeren, aber wartungsintensiveren Wettbewerbern.

Zum Beitrag: Ghana verbietet Transport bestimmter Importwaren auf dem Landweg | Zollmeldung | Ghana | Einfuhrverbote und Beschränkungen

TUNESIEN / EINFUHR: Tunesien erschwert Finanzierung bestimmter Importe

Die tunesische Zentralbank schränkt die Finanzierung nicht prioritärer Importe ein. Banken dürfen nur noch bei vollständiger Deckung durch Eigenmittel der Importeure finanzieren.

Die tunesische Zentralbank hat am 26. März 2026 neue Vorgaben für die Finanzierung nicht prioritärer Importe erlassen. Laut Rundverfügung dürfen entsprechende Einfuhren nur noch finanziert werden, wenn die Importeure zuvor Einlagen in Höhe des gesamten Importwerts aus eigenen Mitteln leisten.

Welche Waren als nicht prioritär gelten, ist im Anhang zum Rundschreiben konkret festgelegt. Dazu zählen unter anderem Elektro‑ und Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen, Unterhaltungselektronik, Kosmetik‑ und Hygieneprodukte sowie verschiedene Nahrungsmittel und Getränke. Banken müssen vor der Importabwicklung prüfen, ob die Waren unter die genannten Kategorien fallen.

Die Regelung gilt unabhängig von der gewählten Zahlungsform, etwa bei Akkreditiven. Ziel der Maßnahme ist es unter anderem, die Devisenreserven des Landes zu schützen.

Zum Beitrag: Tunesien erschwert Finanzierung bestimmter Importe | Zollbericht | Tunesien | Einfuhrverbote und Beschränkungen

TUNESIEN / UMWELTTECHNIK: Chancen durch Investitionen in Tunesiens Abfallwirtschaft

Tourismus, Industrie und Haushalte sorgen für mehr Abfall in Tunesien. Bisher landet dieser meist auf Deponien – Pilotanlagen für Waste-to-Energy kommen aber voran.

  • in Großteil der Siedlungsabfälle landet unbehandelt auf Deponien, Recyclingquote bleibt niedrig.
  • Einzige Anlage zur Behandlung von gefährlichen Industrieabfällen ist seit 2011 außer Betrieb.
  • Wichtige Projekte in der Abfallwirtschaft werden von bi- und multilateralen Gebern getragen, zum Beispiel im Bereich Waste-to-Energy.

Zum Beitrag: Abfallwirtschaft Tunesien

SÜDAFRIKA / STEUERN: Neue steuerliche Regelungen in Südafrika

Die südafrikanische Regierung hat für das kommende Jahr Änderungen der Steuergesetze angekündigt. Auch der Schwellenwert für die umsatzsteuerliche Registrierung wird erhöht.

Für das Steuerjahr März 2026 bis Februar 2027 hat die südafrikanische Regierung Änderungen der steuerlichen Regelungen angekündigt. Unter anderem steigt die Schwelle für eine verpflichtende umsatzsteuerliche Registrierung ab 1. April 2026 von 1 Million Rand auf 2,3 Millionen Rand. Freiwillig registrieren können sich Unternehmen künftig bis zu einem Umsatz von 120.000 Rand.

Bei der Einkommensteuer bleiben zwar die Steuersätze gleich. Allerdings werden die Gehaltsstufen jeweils um 3 Prozent erhöht.

Bei der Körperschaftsteuer für kleine Unternehmen (Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 20 Millionen Rand) erhöht sich die unterste Gehaltsstufe um circa 3 Prozent. Genauso erhöhen sich die Umsatzsteuerklassen für die Turnover tax für Kleinstunternehmen (Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Million Rand). Diese werden nahezu verdoppelt.

Darüber hinaus wurden Änderungen angekündigt, bei denen bisher unklar ist, ab wann diese gelten. So soll bei der Erbringung von elektronischen Dienstleistungen standardmäßig ein Vertreter für die Abrechnung der Umsatzsteuer benannt werden müssen. Für Dienstleistungen soll darüber hinaus nur dann eine Umsatzsteuer von 0 Prozent gelten, wenn sie physisch innerhalb eines zollrechtlich kontrollierten Gebietes erbracht werden.

Am 1. April 2026 wurden zudem die Steuergesetze im Gesetzblatt veröffentlicht, die die Maßnahmen des Haushaltsplanes 2025 umsetzen und für das Steuerjahr vom März 2025 bis Februar 2026 gelten.

Alle Steuersätze, inklusive der Entwicklung der Steuersätze in den letzten Jahren, können auf der Webseite der südafrikanischen Finanzbehörde (South African Revenue Service – SARS) abgerufen werden.

Zum Beitrag: Neue steuerliche Regelungen in Südafrika | Rechtsbericht | Südafrika | Steuerrecht

SÜDLICHES AFRIKA / BERGBAU: Strukturwandel eröffnet neue Chancen

Reformen, neue Bergbauprojekte und mehr lokale Wertschöpfung verändern den Sektor im südlichen Afrika. Deutsche Unternehmen positionieren sich vor allem als Technologiepartner.

Zum Beitrag: Bergbau im südlichen Afrika: Strukturwandel eröffnet neue Chancen | Branchen | Südliches Afrika | Bergbau und Rohstoffe

Amerika

BRASILIEN / WIRTSCHAFT: Agrarsektor wächst trotz Finanzierungsproblemen

Die Nachfrage nach Landtechnik und Vorprodukten wächst stetig. Achillesferse des Sektors ist die Kreditfinanzierung. Welche Strategien fährt Brasiliens Agrarwirtschaft?

  • Brasilien erwartet für das Erntejahr 2025/2026 ein leichtes Wachstum und neue Rekordmengen.
  • Die Produktionskosten steigen und mindern die Gewinnspannen der Agrarwirte.
  • Der anhaltend hohe Zins belastet die Investitionen. Immer mehr Betriebe können die Verschuldung nicht mehr tragen.
  • Dazu kommt die zunehmende Unsicherheit im globalen Handel und durch Klimarisiken.
  • Positive Ausblicke bieten die zahlreichen und innovativen Projekte in der Biokraftstoffproduktion. 

Zum Beitrag: Landwirtschaft Brasilien

KANADA / ROHSTOFFE: Umbruch: Von Förderung zu Umsetzung

In Kanadas Rohstoffoffensive werden Auftragschancen für deutsche Unternehmen greifbarer. Die Nachfrage verlagert sich von der Rohstoffförderung auf Engineering, Bau und Betrieb.

Während in Kanada lange Zeit vor allem Exploration und politische Zielbilder dominierten, erreichen nun erste Projekte die Planungs‑ und Umsetzungsphasen – getragen von einer wachsenden Projektpipeline mit 171 fortgeschrittenen Vorhaben, darunter 28 in der Verarbeitung.

Damit rücken konkrete Investitions‑ und Beschaffungsentscheidungen in den Fokus. Für deutsche mittelständische Firmen entstehen daraus greifbare Geschäftschancen – als Technologie‑, Engineering‑ und Umsetzungspartner. Das zeigt sich bereits an mehreren Projekten in den Provinzen Ontario und Québec, wo kritische Mineralvorhaben gezielt priorisiert und Genehmigungsprozesse gestrafft werden.

Zum Beitrag: Kanadas Rohstoffsektor im Umbruch: von Förderung zu Umsetzung | Branchen | Kanada | Bergbau und Rohstoffe

KANADA / ZÖLLE: Kanada leitet Schutzmaßnahmenuntersuchung ein

Betroffen sind Einfuhren bestimmter Gemüseprodukte.

Das Canadian International Trade Tribunal (CITT) hat am 16. März 2026 eine Schutzmaßnahmenuntersuchung zu bestimmten Gemüseprodukten eingeleitet. Geprüft wird, ob diese Waren in so stark erhöhten Mengen und unter solchen Bedingungen nach Kanada importiert werden, dass sie eine wesentliche Ursache für eine ernsthafte Schädigung oder deren Androhung für kanadische Hersteller darstellen. Falls das Tribunal dies bejaht, soll es eine geeignete dreijährige Abhilfemaßnahme empfehlen, wobei auch Auswirkungen auf Verbraucherpreise und die Ernährungssicherheit zu berücksichtigen sind. Der Abschlussbericht an den Finanzminister muss bis zum 9.  September 2026 vorgelegt werden.

Zum Beitrag: Kanada leitet Schutzmaßnahmenuntersuchung ein | Zollmeldung | Kanada | Antidumping, Antisubvention

MEXIKO / WASSERWIRTSCHAFT: Großprojekte gegen Wasserknappheit

Verschiedene Großprojekte sollen in Mexiko auch zukünftig die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherstellen. Gleichzeitig muss der Verbrauch im Agrarsektor effizienter werden.

Die mexikanische Regierung hat erkannt, dass sich die Wasserknappheit in dem ohnehin schon trockenen Land mittelfristig zuspitzen könnte. Eine der Ursachen ist, dass der Klimawandel die Effekte des Wetterphänomens El Niño verstärkt, bei dem sich Meeresströmungen in unregelmäßigen Abständen verändern.

Mit dem nationalen Wasserplan (Plan Nacional Hídrico) soll die Wasserversorgung in den Ballungszentren gesichert werden. Der Plan sieht für den Zeitraum 2025 bis 2030 Investitionen von umgerechnet 6,9 Milliarden US-Dollar (US$) vor.

Zum Beitrag: Mexiko: Regierung geht gegen Wasserknappheit vor | Special | Mexiko | Wasser – Die knappe Ressource

Asien und Ozeanien

AUSTRALIEN / BAHINFRASTRUKTUR: Australiens High-Speed-Rail bietet Chancen für deutsche Firmen

Das Bahnprojekt zwischen Sydney und Newcastle tritt 2026 in die nächste Projektphase ein. Für deutsche Unternehmen eröffnen sich Einstiegschancen bei Bau- und Planungsleistungen.

Eines der großen Infrastrukturvorhaben Australiens, die Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Sydney und Newcastle, tritt mit dem Start der Entwicklungsphase in die für Unternehmen relevante Phase ein. Für deutsche Produktzulieferer und Technologieanbieter ergeben sich konkrete Geschäftsmöglichkeiten.

Zum Beitrag: Australiens High-Speed-Rail bietet Chancen für deutsche Firmen | Bericht | Australien | Bahninfrastruktur

INDIEN / MEDIZINTECHNIK: Bedarf an Medizintechnik wächst in allen Segmenten

Indiens Kliniklandschaft wächst und erhöht die Nachfrage nach Medizintechnik. Die Regulierung bleibt jedoch komplex und Lücken müssen geschlossen werden.

  • Wachstum des Bettenbestandes in privaten Klinikketten ermöglicht mehr Behandlungen.
  • Das Gesundheitsbewusstsein wächst und damit der Bedarf an Vorsorgeuntersuchungen.
  • Die Importabhängigkeit vor allem im High-End-Bereich bleibt bestehen und eröffnet Absatzchancen.

Zum Beitrag: Medizintechnik Indien

INDIEN / PHARMA: Indiens Pharmamarkt wächst

Nachfrage und lokale Produktion steigen. Dabei spielen Generika eine wichtige Rolle. Die Regulierung ist komplex.

  • Bevölkerungswachstum und die Zunahme von Zivilisationskrankheiten sorgen für langanhaltende Wachstumsdynamik.
  • Konsumenten wollen Erkrankungen vorbeugen und beschleunigen dadurch das Wachstum im OTC-Segment.
  • Generikaproduzenten sorgen für kostengünstige Medikamentenversorgung.

Zum Beitrag: Pharmaindustrie Indien

INDIEN / SCHIENENVERKEHR: Indien investiert massiv in seine Bahninfrastruktur

Das Eisenbahnnetz in Indien wird erweitert und modernisiert. Dabei setzt die indische Bahn auch auf Wasserstofftechnik. Mehrere deutsche Unternehmen sind an Projekten beteiligt.

Mit einer Länge von 135.000 Kilometern verfügt der indische Subkontinent bereits heute über eines der längsten Schienennetze der Welt. Indiens staatlicher Bahnbetreiber, Indian Railways (IR), transportiert jährlich knapp 7 Milliarden Personen, Tendenz steigend: Laut Prognosen dürften es 2030 sogar rund 10 Milliarden Menschen sein. Der Modernisierungs- und Erweiterungsbedarf ist dementsprechend enorm.

Zum Beitrag: Indien investiert massiv in seine Bahninfrastruktur | Branchen | Indien | Schienenverkehr

PHILIPPINEN / WASSERWIRTSCHAFT: Investitionen ins Wasser- und Abwassersystem

Der Nachholbedarf im philippinischen Wassersektor ist enorm. Beim Bau neuer Kläranlagen und der Sanierung des Leitungsnetzes kommen auch internationale Anbieter zum Zuge.

Im philippinischen Wassersektor stehen nach Angaben der philippinischen Regierung Projekte mit einem Gesamtwert von rund 17 Milliarden US-Dollar (US$) an. Dies eröffnet auch deutschen Ausrüstungs- und Lösungsanbietern Geschäftschancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung. Der Nachholbedarf ist eklatant und die zunehmende Urbanisierung erhöht nochmal den Druck auf die städtische Wasserinfrastruktur. In den dünnbesiedelten Regionen des Archipels sind dezentrale Lösungen gefragt. Daneben bieten Projekte zur Behandlung von Industrieabwässern interessante Beteiligungschancen.

Zum Artikel: Philippinen investieren ins Wasser- und Abwassersystem | Branchen | Philippinen | Wasserwirtschaft

SÜDKOREA / ROHSTOFFE: Batterierecycling trägt zu Südkoreas Rohstoffsicherheit bei

Mehrere Firmen sind im Recycling von Altbatterien aktiv, etwa in der Metallgewinnung aus Schwarzmasse. Dabei setzt das Land auch auf Kooperation mit Deutschland.

Die Sicherung von kritischen Rohstoffen ist für die Industrieproduktion in Südkorea von enormer Bedeutung. Das Land hat kaum eigene Ressourcen und ist bei der Produktion von Halbleitern, Batterien und E-Autos auf Importe von Lithium, Nickel, Kobalt, Graphit und Seltenen Erden angewiesen. Auch der Verteidigungsbereich benötigt kritische Mineralien. Geopolitische Spannungen und Exportkontrollen machen die Versorgung anfällig.

Südkorea ist in großem Umfang von Rohstofflieferungen aus China abhängig. Um dem entgegenzusteuern, hat die Regierung Strategien zur Sicherung von Lieferketten formuliert und setzt bei der Rückgewinnung von Rohstoffen auf internationale Zusammenarbeit. Insbesondere im Batterierecycling sind südkoreanische Firmen bereits erfolgreich. Deutsche Firmen könnten über Kooperationen hiervon profitieren.

Zum Beitrag: Batterierecycling trägt zu Südkoreas Rohstoffsicherheit bei | Branchen | Südkorea | Rohstoffsicherung

Europa

BGA / VERANSTALTUNG: 19. Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft

Die 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft findet vom 29. bis 31. Oktober 2026 in Seoul, Korea, statt. Der Auftaktempfang ist am Abend des 29. Oktober 2026, Konferenztage sind 30. und 31. Oktober. Die Konferenz wird vom APA-Vorsitzenden, Dr. Roland Busch, und von der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, geleitet. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung werden zu gegebener Zeit hier veröffentlicht.

Der BGA ist Mitträger des Asien Pazifik Ausschusses (APA), der Mitveranstalter der APK ist und wird vor Ort vertreten sein.

Zur Veranstaltung: 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft – Asien-Pazifik-Ausschuss

BGA / VERANSTALTUNG: 6. GERMAN-AFRICAN BUSINESS SUMMIT 2026 (GABS)

Der Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsgipfel (GABS) ist die wichtigste Wirtschaftsveranstaltung Deutschlands in Afrika. Alle zwei Jahre bringt GABS führende Wirtschafts- und Regierungsvertreter aus Deutschland und Subsahara-Afrika zusammen, um die gegenseitigen Geschäftsbeziehungen zu fördern.

Der GABS 2026 in Accra ist der Treffpunkt für deutsche und afrikanische Wirtschaftsinteressen, stärkt Partnerschaften und erkundet Geschäftstrends und Marktchancen. Dieser Gipfel wird von der Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) organisiert. Der BGA ist Mitträger der SAFRI.

Zur Veranstaltung: Africa Business Guide – 6. German-African Business Summit 2026 (GABS)

Osteuropa und Zentralasien

GEORGIEN / RECHT: Aktualisierungspflicht für Unternehmensdaten

Unternehmen profitieren von einer verlängerten Frist, um ihre Registrierungsdaten aufzudatieren.

Die jüngsten Änderungen des georgischen Gesetzes über Unternehmer verlängern die Frist für die Aktualisierung von Unternehmensdaten bis zum 1. April 2026. Der ursprünglich geplante Termin war der 1. März 2025. Die Verlängerung wurde notwendig, da ein Großteil der Unternehmen nicht ausreichend Zeit hatte, den Registrierungsprozess abzuschließen.

Hintergrund ist die Anpassung der Daten an die aktuelle Gesetzeslage. Die Änderungen wurden eingeführt, um das georgische Unternehmensregister an internationale Standards anzugleichen – einschließlich der Anforderung an die Transparenz der Eigentümerstruktur.

Zum Beitrag: Aktualisierungspflicht für Unternehmensdaten in Georgien | Rechtsbericht | Georgien | Gesellschaftsrecht

SLOWENIEN / WIRTSCHAFT: Innovatives Drehkreuz im Herzen Europas

Slowenien hat sich rasch in die EU integriert. Die zentrale Lage macht das Land zu einem wichtigen Bindeglied in der Region. Davon profitiert die innovationsfreudige Wirtschaft.

Nach dem EU-Beitritt beeindruckte Slowenien mit einer zügigen wirtschaftlichen Aufholjagd. Unter den Neumitgliedern im östlichen Europa erfüllte Slowenien als erstes Land die Maastricht-Kriterien und führte 2007 den Euro ein. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kaufkraftparitäten lag 2022 bei rund 90 Prozent des EU-Durchschnitts. Slowenien profitiert von einer soliden industriellen Basis. Es gehört heute zu den am stärksten industrialisierten Ländern der EU.

Internationale Investoren schätzen den Standort. Die günstige geografische Lage und der Hafen in Koper machen Slowenien als Tor gen Osten – auch in den fernen Osten – interessant. Die überwiegend kleinen und mittleren Betriebe im Land arbeiten vorrangig als Zulieferer. Ihre hohe Technologieaffinität macht sie agil.

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TSCHECHISCHE REPUBLIK / WIRTSCHAFT: Europas unterschätzter Batteriestandort

Tschechien entwickelt sich zum Schlüsselland für Batterietechnologien. Das gilt für den Absatz ebenso wie für Vorprodukte und Recycling. Davon können deutsche Firmen profitieren.

Auf der Landkarte der europäischen Gigafactories wirkt Tschechien wie ein grauer Fleck. Während in Deutschland, Polen, Ungarn und der Slowakei große Batterieproduktionen gestartet sind, gibt es zwischen Böhmerwald und Beskiden noch keine Zellproduktion im industriellen Maßstab.

Doch hinter den Kulissen formiert sich ein industrielles Ökosystem, das Tschechien in den kommenden Jahren zu einem Schlüsselstandort für die europäische Batteriewirtschaft machen könnte. Für deutsche Unternehmen lohnt sich ein genauer Blick ins Nachbarland.

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TSCHECHISCHE REPUBLIK / KFZ: Tschechien zieht neuen Großinvestor an Land

Der deutsche Lastwagenhersteller Daimler Truck produziert künftig auch in Tschechien Lkw. Nahe Karlovy Vary baut der Konzern eine Fabrik für 25.000 Fahrzeuge pro Jahr.

Tschechien kann doch noch Großprojekte anziehen: Wirtschaftsminister Karel Havlíček verkündete am 31. März 2026 „eine der bedeutendsten Investitionen der letzten Jahre“. Daimler Truck verlegt einen Teil seiner Produktion vom rheinland-pfälzischen Wörth am Rhein nach Cheb in Nordwestböhmen. Das bestätigte der deutsche Fahrzeugbauer in einer Pressemitteilung.

Wie der Wirtschaftsminister auf einer Pressekonferenz in Prag mitteilte, investiert Daimler Truck in der ersten Phase bis zu 8 Milliarden Tschechische Kronen (Kč, rund 330 Millionen Euro, Wechselkurs am 31. März 2026: 1 Euro = 24,51 Kč). Etwa 1.100 Arbeitsplätze sollen entstehen.

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UKRAINE / WIRTSCHAFT: Langfristige Chancen für Wiederaufbau und Investitionen

Russlands Angriffskrieg schmälert die Attraktivität der Ukraine als Absatz- und Beschaffungsmarkt. Geschäfte sind dennoch möglich. Investoren bauen auf Zukunftschancen.

Zum Beitrag: Wirtschaftsstandort Ukraine

USBEKISTAN / CHEMISCHE INDUSTRIE: Milliardeninvestitionen treiben Chemiesektor Usbekistans

Usbekistan will bis 2030 seine Chemieproduktion verdoppeln und die Umweltstandards verbessern. Allein 2026 sollen neue Projekte für etwa 4,5 Milliarden US-Dollar starten.

  • Usbekistans Importbedarf an chemischen Erzeugnissen wächst deutlich.
  • Investitionsprojekte zielen auf eine Verdoppelung von Produktion und Export bis 2030 gegenüber 2025 ab.
  • Großes Interesse an digitalen Lösungen, ökologischen Technologien und energieeffizienten Ausrüstungen.
  • Zügige Anpassung an international übliche Standards und Regelwerke für die Produktion und den Vertrieb erleichtert Markterschließung.

Zum Beitrag: Chemische Industrie Usbekistan

Naher Osten und mittlerer Osten

ARABISCHE GOLFSTAATEN / LIEFERKETTEN: Industrie muss auf neue Risiken reagieren

Der Golfkrieg belastet nicht nur den Energiehandel. Auch Vorprodukte wie Düngemittel, Aluminium und Helium geraten unter Druck und treffen internationale Lieferketten.

Die Anspannung im Golfraum verändert Lieferketten schon bevor Transporte tatsächlich ausfallen. Bereits die Erwartung möglicher Störungen führt dazu, dass Unternehmen ihre Beschaffung umstellen und mit höheren Fracht‑ und Versicherungskosten sowie längeren Laufzeiten kalkulieren. Das wiegt besonders schwer, weil die Region nicht nur Energiedrehscheibe ist, sondern auch zentrale industrielle Vorprodukte liefert. Rund ein Drittel des weltweiten Düngemittelhandels passiert laut Nachrichtenagentur Reuters die Straße von Hormus, ebenso große Mengen Schwefel und petrochemischer Basisstoffe.

Viele Güter aus dem Golf stehen am Anfang langer Produktionsketten. Petrochemische Grundstoffe fließen unter anderem in Kunststoffe, Verpackungen, Autoteile, Kabel, Dämmstoffe und Konsumgüter ein. Düngemittel sind für die Landwirtschaft relevant, Schwefel und Schwefelsäure wiederum für Metallurgie, Bergbau und chemische Prozesse. Steigende Preise und längere Laufzeiten treffen deshalb nicht nur einzelne Abnehmer, sondern zahlreiche Branchen von der Bauwirtschaft bis zur Elektronikindustrie.

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ISRAEL / ZOLL: Importpriorisierung in Israel: Was Exporteure beachten sollten

Israel setzt im Krieg Importprioritäten. Das kann Liefertermine deutscher Exporteure beeinflussen. Wer frühzeitig koordiniert, kann Verzögerungen oft begrenzen.

Im Kriegsfall treten in Israel wirtschaftliche Notstandsregelungen in Kraft. Sie erlauben dem Staat Eingriffe in die Wirtschaft, um die Funktionsfähigkeit des Landes zu sichern. Priorität haben dabei die industrielle Produktion sowie die Versorgung mit Wasser, Strom und Lebensmitteln. Auch Gesundheits‑, Verkehrs‑ und Telekommunikationsdienste gelten als essenziell. Diese Prioritäten wirken sich unmittelbar auf Warenimporte aus – auch aus Deutschland.

Für Exporteure ist entscheidend: Nicht jede Lieferung ist automatisch betroffen. Ob Waren bevorzugt behandelt oder zurückgestellt werden, hängt vom Verwendungszweck ab. Frühzeitige Informationsbeschaffung und enge Abstimmung mit israelischen Geschäftspartnern können operative und rechtliche Risiken mindern. Die Zollabfertigung selbst stellt dabei kein Lieferhindernis dar.

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Welt

WELT / HANDEL: WTO überprüft Handelsabkommen

Handelsabkommen bringen zahlreiche Chancen mit sich – eine regelmäßige Überprüfung ist deshalb wichtig.

Anfang März 2026 hat der Ausschuss für regionale Handelsabkommen der WTO (Committee on Regional Trade Agreements – CRTA) die folgenden fünf Regional Trade Agreements (RTA) überprüft:

  • Beitritt der Komoren zum EU-ESA (Eastern and Southern Africa States)-Abkommen
  • Präferenzabkommen zwischen Mosambik und Indonesien
  • Freihandelsabkommen zwischen China und Serbien
  • Freihandelsabkommen zwischen der Kasachstan und Aserbaidschan
  • Freihandelsabkommen zwischen der Türkei und Dänemark

Es wurden verschiedene Aspekte des jeweiligen Abkommens überprüft. Die Ergebnisse der einzelnen Überprüfungen können online eingesehen werden.

Der Vorsitzende des Ausschusses berichtete ferner über drei neue Bekanntmachungen zu RTAs sowie vorzeitige Ankündigungen zur Unterzeichnung von zwei RTAs. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass mindestens 67 gültige RTAs bislang nicht notifiziert wurden.

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WELT / HANDELSHEMMNISSE: Going International 2026: Handelshemmnisse auf Rekordniveau (DIHK)

Auch wenn der Pessimismus der auslandsaktiven deutschen Unternehmen abnimmt, sehen sie doch massiven Gegenwind für freien Welthandel: Die DIHK-Umfrage Going International 2026 zeichnet ein ambivalentes Stimmungsbild.

Zum Bericht der DIHK: Going International 2026: Handelshemmnisse auf Rekordniveau