Der BDEx (Bundesverband des Deutschen Exporthandels e.V.) fungiert als führender Verband für deutsche Unternehmen im Außenhandel. Seine vorrangige Aufgabe besteht darin, die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder im Exporthandel zu schützen und zu fördern, indem er sich gezielt für deren Belange im internationalen Handel einsetzt.
Beraten.
Länder- und Marktinformationen 5/2026
Afrika
ALGERIEN / IMPORT: Algerien stoppt Genehmigungen für Pharma- und Medizinimporte
Neue Anträge für die Einfuhr von Arzneimitteln und Medizinprodukten werden vorerst nicht mehr angenommen.
Das algerische Ministerium für die Pharmaindustrie nimmt bis auf Weiteres keine neuen Anträge auf Einfuhrgenehmigungen für Arzneimitteln und Medizinprodukten an. Dies geht aus einer offiziellen Mitteilung hervor.
Die Maßnahme betrifft alle Wirtschaftsakteure, die eine Zulassung für die Importtätigkeit beantragen möchten. Neue Anträge werden demnach nicht mehr entgegengenommen. Das Ministerium fordert eine strikte Umsetzung der Entscheidung.
GHANA / MEDIZINTECHNIK: Gute Aussichten für Ghanas Medizintechnikmarkt
Die Regierung verfolgt ambitionierte Reform- und Investitionspläne für den Ausbau des Gesundheitssektors. Daneben sorgen steigende private Ausgaben für Wachstumsimpulse.
- Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur und Versorgung sichern steigenden Bedarf an Medizintechnik.
- Staatliche und private Ausgaben wachsen seit Jahren kontinuierlich.
- Ausländische Hersteller dominieren den Markt. Deutsche Produkte haben Qualitätsvorteil.
- Steigender Bedarf an digitalen Lösungen eröffnet Chancen.
Zum Artikel: Medizintechnik Ghana
LIBERIA / STEUERN: Liberia erhöht Goods and Services Tax (GST)
In Liberia tritt zum 1. Mai 2026 eine Erhöhung der Waren- und Dienstleistungssteuer (Goods and Services Tax – GST) von 12 Prozent auf 13 Prozent in Kraft. Für Warenexporte gilt weiterhin ein Nullsteuersatz, während Telekommunikationsdienstleistungen nach wie vor einem erhöhten GST-Satz von 15 Prozent unterliegen. Diese Maßnahme dient als Übergangsregelung im Vorfeld der umfassenden Reform des indirekten Steuersystems.
Umstellung von GST auf VAT
Zum 1. Januar 2027 plant Liberia, das bestehende GST-System vollständig durch ein mehrstufiges Mehrwertsteuersystem (Value Added Tax – VAT) zu ersetzen. Ziel der Reform ist es, das liberianische Steuersystem zu modernisieren und an die regionalen Standards der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS anzupassen. Der Normalsatz der VAT soll 15 Prozent betragen.
Die Registrierung für die VAT bei der Liberia Revenue Authority beginnt im Juli 2026. Unternehmen und andere steuerpflichtige Personen haben damit sechs Monate Zeit, sich mit den neuen Anforderungen vertraut zu machen und eine reibungslose Umstellung auf das neue Steuersystem vorzubereiten.
Jährliche Anpassung der Verbrauchsteuern
Darüber hinaus hat die liberianische Regierung beschlossen, die Verbrauchsteuersätze (Excise Tariff) auf Tabak und Tabakwaren sowie auf alkoholfreie und alkoholische Getränke ab dem 1. Januar 2027 jährlich automatisch anzupassen. Die Anpassung erfolgt auf Basis der Inflationsentwicklung und des Wachstums des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die jeweils gültigen Steuersätze werden jährlich von der Liberia Revenue Authority veröffentlicht.
Zum Beitrag: Liberia erhöht Goods and Services Tax (GST) | Zollbericht | Liberia | Umsatzsteuer
MAROKKO / SANITÄRAUSRÜSTUNG: Trend zu höherer Qualität
Deutsche Ausrüster für Bad- und Wassertechnik treffen in Marokko auf einen dynamisch wachsenden Markt. Die Ansprüche an Qualität und Technik nehmen spürbar zu.
Der marokkanische Markt für Wasser‑ und Sanitärtechnik entwickelt sich 2026 und 2027 positiv. Treiber sind umfangreiche Bauinvestitionen in Wohnungsbau, Hotels und touristische Anlagen, Gesundheitswesen sowie in Verkehrsinfrastruktur wie Flughäfen und Bahnhöfe.
Die Baukonjunktur zeigt insgesamt einen positiven Trend. So soll das wertmäßige Volumen der zu erbringenden Bauleistungen 2026 im Vergleich zu 2025 um mehr als 4 Prozent zulegen. Das allgemeine Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst den Prognosen zufolge 2026 um circa 4,4 Prozent und 2027 um circa 4,5 Prozent an. Dabei stützen sich die BIP-Prognosen ausdrücklich auf das Wachstum im Bausektor.
Zum Beitrag: Sanitärausrüstung in Marokko: Trend zu höherer Qualität | Branchen | Marokko | Sanitärausstattung
NAMIBIA / STEUERN: Namibia veröffentlicht neue Verbrauchsteuersätze
Die namibische Regierung hat umfassende Änderungen an den Verbrauchsteuersätzen für Alkohol‑ und Tabakwaren bekanntgegeben.
Die Regierung Namibias hat mit der Government Notice 111 of 2026 neue Verbrauchsteuersätze für eine breite Palette von Produkten veröffentlicht. Die Anpassungen betreffen insbesondere alkoholische Getränke, Tabakwaren sowie bestimmte Produkte zur Herstellung alkoholischer Getränke.
Verbrauchsteuersätze für ausgewählte alkoholische Getränke
Bier:
- Traditionelles afrikanisches Bier: 7,82 Cent/Liter
- Sonstiges Bier: 149,98 N$/Liter reinen Alkohols
Wein:
- Schaumwein: 19,68 N$/Liter
- Wein (≤16,5 Prozent Alkohol): 6,15 N$/Liter
- Wein (15-22 Prozent Alkohol): 10,38 N$/Liter
- Hochprozentige/sonstige Weine: 302,84 N$/Liter reinen Alkohols
Spirituosen:
- Allgemeiner Satz: 302,84 N$/Liter reinen Alkohols
- Brandy: 272,55 N$/Liter reinen Alkohols
- Bestimmte Liköre (15-23 Prozent): 121,13 N$/Liter reinen Alkohols
Produkte zur Herstellung alkoholischer Getränke:
- (z. B. Malzextrakte): 34,7 Cent/kg
- Verbrauchsteuersätze für ausgewählte Tabakprodukte
Zigaretten:
- 11,79 $N/10 Stück
Zigarren und Zigarillos:
- 041,72 $N/kg (netto)
Rauchtabak:
- Wasserpfeifen‑ und Pfeifentabak: 332,26 $N/kg
- Zigarettentabak: 529,99 $N/kg
Tabakersatzstoffe und Nikotinprodukte:
- Tabakersatzstoffe: an entsprechende Tabaksteuersätze angeglichen
- Rekonstituierter Tabak (bspw. aus Tabakresten): 1.105,40 $N/kg
- Nikotinhaltige Flüssigkeiten: 3,29 $N/ml
$N = Namibia-Dollar
Die neuen Steuersätze gelten ab 25. Februar 2026 und wurden am 23. März 2026 im Amtsblatt veröffentlicht.
Zum Beitrag: Namibia veröffentlicht neue Verbrauchsteuersätze | Zollbericht | Namibia | Einfuhrabgaben
Amerika
BRASILIEN / VERTEIDIGUNG: Brasilien investiert Milliarden in Marine, Luftwaffe und Heer
Neue Haushaltsmittel sichern langfristige Rüstungsprojekte. U‑Boote, Kampfflugzeuge und Grenzüberwachung stehen im Fokus. Bei der Umsetzung ist Brasilien auf Partner angewiesen.
Brasilien treibt die Modernisierung seiner Streitkräfte voran. Für die kommenden sechs Jahre sind Investitionen von bis zu 30 Milliarden brasilianische Real (rund 6 Milliarden US-Dollar) für strategische Verteidigungsprojekte vorgesehen. Ende 2025 machte der Nationalkongress den Weg frei für die Mittel, die nicht der staatlichen Ausgabenobergrenze unterliegen.
Dies ist ein wichtiger Schritt für die Verteidigungsindustrie. Er schafft Planbarkeit und Kontinuität, besonders für Projekte, die in den vergangenen Jahren aus Finanzierungsgründen verschoben worden waren.
Zum Beitrag: Brasilien investiert Milliarden in Marine, Luftwaffe und Heer | Branchen | Brasilien | Verteidigungswirtschaft
KANADA / VERGABERECHT: Québec reformiert kommunales Vergaberecht
Neue Vergaberegeln in der kanadischen Provinz Québec stärken Transparenz, Effizienz sowie Integrität bei kommunalen Aufträgen und bieten neue Chancen für Unternehmen.
Zum 1. April 2026 ist in der kanadischen Provinz Québec ein neues Gesetz zur Vergabe öffentlicher Aufträge auf kommunaler Ebene (Act respecting contracting by municipal bodies) in Kraft getreten. Der Anwendungsbereich des Gesetzes erstreckt sich auf kommunale Körperschaften, Gemeindeverbände, interkommunale Gremien sowie Körperschaften, die dem Québec Cities and Towns Act unterliegen.
Ziel des neuen Gesetzes ist es, die bestehenden Vorschriften zu vereinheitlichen, zu modernisieren und administrativ zu vereinfachen. Besonderes Gewicht liegt auf einer strengeren Strukturierung der Vergabeverfahren. So müssen Bedarfsanalysen und Kostenschätzungen künftig sorgfältig dokumentiert werden, während das Aufteilen von Aufträgen zur Umgehung von Schwellenwerten ausdrücklich untersagt ist. Auch nachträgliche Vertragsänderungen sind nur noch eingeschränkt zulässig.
Darüber hinaus stärkt das neue Regelwerk Aspekte wie Integrität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Neu sind unter anderem Mechanismen zum Umgang mit ungewöhnlich niedrigen Angeboten sowie Regelungen zur schnelleren Bezahlung im Bauwesen inklusive Streitbeilegungsverfahren.
Insgesamt bringt die Reform tiefgreifende Änderungen für öffentliche Auftraggeber und Unternehmen mit sich. Kommunen müssen ihre internen Prozesse anpassen und Mitarbeitende schulen, während Unternehmen sich auf neue Anforderungen und Chancen im Vergabeverfahren einstellen müssen.
Zum Beitrag: Québec reformiert kommunales Vergaberecht | Rechtsmeldung | Kanada | Vergaberecht
MEXIKO / ZOLL: Änderungen im mexikanischen Zolltarif
Mexiko hat die Importzölle für zahlreiche Produkte angehoben.
Betroffen sind Waren der Kapitel 28, 29, 34, 35, 39, 40, 48, 49, 52, 54, 55, 58, 64, 65, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 82, 83, 84, 85, 87, 88, 92, 94 und 96 des mexikanischen Zolltarifs. Darunter fallen unter anderem Chemikalien, Kosmetika, Papier, Karton, Textilien, Stahl, grafische Kunst, Aluminiumwaren, Kfz‑Teile, Elektromaterial, Fahrräder, Musikinstrumente und Möbel. Die neuen Zollsätze sind am 24. April 2026 in Kraft getreten.
Mit der Maßnahme sollen strategische Sektoren der mexikanischen Wirtschaft geschützt und die Entwicklung der nationalen Industrie gestärkt werden.
Eine vollständige Übersicht des betroffenen Warenkreises ist im Dekret vom 23. April 2026 ersichtlich.
Zum Beitrag: Änderungen im mexikanischen Zolltarif | Zollmeldung | Mexiko | Zolltarif, Einfuhrzoll
USA / WIRTSCHAFT: US-Wirtschaft bleibt trotz des Irankriegs auf Wachstumskurs
Die Durchschnittsamerikaner stöhnen unter den Kraftstoffpreisen und Jobsorgen. Doch die konsumfreudige Oberschicht und riesige KI-Investitionen halten die Wirtschaft am Laufen.
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in Nahost sind in den USA mit den Händen zu greifen. Bei der Ankunft am Dulles-Flughafen in Washington fehlen im Frühjahr 2026 vor der Passkontrolle die üblichen langen Warteschlangen. Fliegen ist teurer geworden. Die Preise für ein Uber-Taxi in die Innenstadt sind dagegen wegen der gesunkenen Nachfrage deutlich gefallen.
Eine Unterhaltung mit dem Fahrer fördert die Misere der Branche zu Tage: Die Preise für Kraftstoffe sind seit dem Beginn des Irankriegs spürbar gestiegen. Sinkende Einnahmen bei zugleich steigenden Kosten sind Gift fürs Geschäft. Auch nach einem Waffenstillstand dürfte es eine ganze Weile dauern, bis die Preise an den Zapfsäulen wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben.
Zum Artikel: US-Wirtschaft bleibt trotz Irankriegs auf Wachstumskurs | Wirtschaftsumfeld | USA | Konjunktur
Asien und Ozeanien
INDIEN / INFRASTRUKTUR: Indien baut Infrastruktur im Golf von Bengalen aus
Ein strategisch wichtiges Projekt auf der indischen Insel Groß Nikobar erhält grünes Licht. Die dortige Infrastruktur wird massiv erweitert.
Indien betreibt mit dem Ausbau seiner Infrastruktur nicht nur ein Konjunkturprogramm. Das zeigt das „Greater Nicobar Development Project“. Hier liegen vor allem strategische Interessen im Vordergrund. Rund 10 Milliarden US-Dollar (US$) soll das Projekt kosten. Mit dem Geld möchte die indische Regierung weite Teile der Insel Groß Nikobar umgestalten.
Zum Artikel: Indien baut Infrastruktur im Golf von Bengalen aus | Branchen | Indien | Infrastruktur
INDIEN / ZOLL: Zolländerungen mit dem neuen Haushalt
Das indische Finanzgesetz 2026 bringt Änderungen im Zollrecht, Anpassungen im Zolltarif sowie neue Fördermaßnahmen für ausgewählte Wirtschaftssektoren.
Die indische Regierung hat das neue Finanzgesetz für das Finanzjahr 2026/2027 im Amtsblatt vom 30. März 2026 veröffentlicht. Neben den bereits im Februar erlassenen Customs Notifications enthält das Gesetz weitere Änderungen zollrechtlicher Bestimmungen.
Zu den Änderungen: Indien: Zolländerungen mit dem neuen Haushalt | Zollbericht | Indien | Zolltarif, Einfuhrzoll
INDONESIEN / PHARMA: Indonesischer Pharmamarkt wird zugänglicher
Indonesien öffnet seinen Markt und setzt gleichzeitig Anreize für mehr Entwicklung und Produktion im Land.
- Lifestyle-Erkrankungen nehmen zu, das umfassende öffentliche Gesundheitssystem braucht günstige Medikamente.
- Einheimische Generika-Hersteller suchen internationale Zusammenarbeit für Forschung und Entwicklung.
- Zulassung wird effizienter und Freihandelsabkommen bringt Erleichterungen, Umsetzung braucht noch Zeit.
Zum Beitrag: Pharmaindustrie Indonesien
JAPAN / IMPORT: Japan fragt mehr Analysen-, Bio- und Labortechnik nach
Japans Firmen und Forschungseinrichtungen geben viel Geld für Forschung und Entwicklung aus. Zusätzliche Impulse gibt der Staat mit der Förderung strategischer Branchen.
Japans Firmen investieren weiter in Innovation. So war Japan 2024 der zehntgrößte Importeur von Analysen-, Bio- und Labortechnik weltweit. Die Importe stiegen in den vergangenen Jahren und erreichten 2025 circa 3,1 Milliarden US-Dollar (US$). Das waren 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Zum Artikel: Japan fragt mehr Analysen-, Bio- und Labortechnik nach | Branchen | Japan | Analysen-, Bio- und Labortechnik
KAMBODSCHA / LOGISTIK: Exportboom befeuert Kambodschas Logistiksektor
Die Diversifizierung der Exportindustrie erfordert mehr Transportlogistik. Die Hafenstadt Sihanoukville plant ein Großprojekt. Ausländische Logistiker haben Chancen am Markt.
Kambodschas Logistiksektor brummt, denn die Im- und Exporte des Landes haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Immer mehr Waren werden aus den zahlreichen Sonderwirtschaftszonen zum einzigen Tiefseehafen des Königreichs in Sihanoukville transportiert. Oder die Güter werden mangels einer eigenen logistischen Infrastruktur nach Vietnam und Thailand geliefert, die sie dann in den Weltmarkt verschiffen.
Um die Transportkosten zu verringern und unabhängiger von den Logistikhubs der Nachbarländer zu werden, muss die Infrastruktur ausgebaut werden. Zu den größten Logistikprojekten gehört der sogenannte Sihanoukville Logistics Complex (SHL-LC), der zwischen 80 und 100 Millionen US-Dollar (US$) kosten wird. Er soll 25 Kilometer östlich des Tiefseehafens entstehen und ein Dock für beladene Container (Full Container Load), eine Containerabfertigung (Container Freight Station), eine Lagerhaltung (Warehousing) sowie ein Depot für leere Container enthalten.

Zum Artikel: Exportboom befeuert Kambodschas Logistiksektor | Branchen | Kambodscha | Transport und Logistik
MADAGASKAR / IMPORT: Schutzmaßnahmenuntersuchung zu Einfuhren von Fruchtsäften und Haushaltsartikeln
Madagaskar leitet eine neue Schutzmaßnahmenuntersuchung zu bestimmten Fruchtsaftimporten sowie enie zu bestimmten Geschirr- und Küchenutensilien sowie Haushalts- und Verpackungsartikeln ein.
Die erste Schutzmaßnahmenuntersuchung betrifft die Einfuhr von Fruchtsäften mit den madagassischen Zolltarifnummern: 2009, 2106.90.30, 2106.90.40, 2106.90.92, 2202.10.20 und 2202.99.00.
Zum Artikel zur Einfuhr von Fruchtsäften: Schutzmaßnahmenuntersuchung zu Einfuhren von Fruchtsäften | Zollbericht | Madagaskar | Antidumping, Antisubvention
Die zweite Schutzmaßnahmenuntersuchung betrifft die Einfuhr von Küchenutensilien sowie Haushalts- und Verpackungsartikel mit den madagassischen Zolltarifnummern: 3924.10.00, 3924.90.10, 3924.90.90, 4823.69.00 und 4823.70.00.
Zum Artikel zur Einfuhr von Haushaltsartikeln: Schutzmaßnahmenuntersuchung zu Einfuhren von Haushaltsartikeln | Zollmeldung | Madagaskar | Antidumping, Antisubvention
PAKISTAN / IMPORT: Pakistan hofft auf bessere Konjunktur und senkt Importzölle
Lob vom IWF und bessere Makrodaten: Pakistans Wirtschaft trotzt dem Energiepreisschock, Auslandsinvestoren bleiben aber vorsichtig. Deutschland kauft Bekleidung – aber sonst?
Wirtschaftsentwicklung: Konjunktur belebt sich etwas
Fehlende Wettbewerbsfähigkeit, eine schmale Steuerbasis und eine Wirtschaftsleistung pro Kopf, die noch hinter der von Guinea oder Kamerun liegt: Pakistan mag durch die Vermittlerrolle im Iran-Krieg aktuell Rückenwind verspüren, der Reformbedarf bleibt aber groß. Angesichts schwacher Institutionen und einer dominanten Rolle des Militärs hat die Regierung dabei nur begrenzten Handlungsspielraum.
Dabei läuft die Konjunktur recht gut. Pakistans Wirtschaft dürfte 2026 um 3 Prozent zulegen und danach noch etwas schneller. Der Krieg im benachbarten Iran wird dies laut Regierung kaum dämpfen. Auch Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) haben ihre Prognosen vom Jahresanfang weitestgehend beibehalten. Das Geschäftsklima ist so gut wie seit über zehn Jahren nicht mehr, so jedenfalls der im letzten November erhobene Business Climate Index der Auslandsinvestoren-Kammer (Overseas Investors Chamber of Commerce and Industry, OICCI). „Die Firmen legen jetzt los“, heißt es bei der OICCI, die mit ihrem Index nach eigenen Angaben vier Fünftel der pakistanischen Wirtschaftsleistung abdeckt.
Zum Artikel: Wirtschaftsausblick Pakistan
PAKISTAN / TELEKOMMUNIKATION: Nach 5G-Vergabe investiert Pakistan in Telekommunikation
Nach der Zuteilung von 5G-Frequenzen haben pakistanische Telekomfirmen Investitionen angekündigt. Die Regierung plant eine Glasfaser-Offensive.
Am 10. April 2026 vergab Pakistan erstmals Mobilfunkfrequenzen der fünften Generation (5G). Die Regierung teilte den Großteil der angebotenen Frequenzen zu (480 von 507 Megahertz, MHz) und nahm 507 Millionen US-Dollar (US$) ein. Gewinner sind die drei aktiven Mobilfunkanbieter Jazz (190 MHz), Zong (180 MHz) und Ufone (110 MHz).
Zum Artikel: Nach 5G-Vergabe investiert Pakistan in Telekommunikation | Branchen | Pakistan | Telekommunikation und Konnektivität
SÜDKOREA / DATENSCHUTZ: Änderungen im Koreanischen Datenschutzgesetz
Im September 2026 werden verschiedene Anpassungen des Personal Information Protection Act (PIPA) in Kraft treten. Dazu zählen Erhöhungen der drohenden Bußgelder bei Verstößen.
Die im März 2026 erlassenen Neuerungen umfassen:
Nach Art. 34 Abs. 2 PIPA muss eine unverzügliche Benachrichtigung der betroffenen Person bereits ab Kenntnis der Möglichkeit eines Datenschutzvorfalls erfolgen und nicht erst, wenn der Datenverantwortliche Kenntnis vom tatsächlichen Datenleck hat. Ferner sind nach Abs. 1 Nr. 6 betroffene Personen künftig auch insbesondere über ihre Rechte, darunter Schadensersatzansprüche, zu informieren.
In Zukunft sind gem. Art. 64-2 Abs. 2 PIPA bei Datenschutzverstößen in bestimmten Konstellationen und unter Berücksichtigung der in den folgenden Absätzen genannten Aspekte Bußgelder von bis zu 10 Prozent des Gesamtumsatzes oder bis zu 5 Milliarden Südkoreanische Won (ca. 2,9 Millionen Euro) möglich. Dies ist etwa der Fall, wenn mindestens 10 Millionen Personen betroffen sind.
Der neu eingeführte Art. 30-3 PIPA regelt die Letztverantwortlichkeit des Geschäftsinhabers/Unternehmers (사업주) oder dessen Vertreters für die sichere Datenverarbeitung und den Schutz der Rechte betroffener Personen nebst Umsetzung von Datenschutzmaßnahmen.
Neue Vorgaben zur künftig verpflichtenden Zertifizierung bestimmter Datenverantwortlicher durch die KISA sind in Art. 32-2 Abs. 1 PIPA i.V.m. durch Präsidialdekret festgelegten Kriterien zu finden. Sie gelten ab dem 1. Juli 2027.
Die Änderungen treten größtenteils am 11. September 2026 in Kraft (Einzelheiten: siehe Zusatzbestimmungen).
Der PIPA wurde zuletzt 2023 angepasst.
Zum Beitrag: Änderungen im koreanischen Datenschutzgesetz | Rechtsmeldung | Südkorea | Datenschutz
TAIWAN / RAUMFAHRT: Taiwan baut seine Raumfahrtindustrie aus
Taiwan treibt seine Aktivitäten im Weltall voran: Satellitenfertigung, der Aufbau einer eigenen Startinfrastruktur und internationale Partnerschaften stehen dabei im Fokus.
Das Space-Programm Taiwans hat zwei Ziele: 1. die Stärkung der Resilienz der Insel und 2. die Förderung neuer Wachstumsfelder. Die Regierung integriert die Raumfahrtindustrie in die nationale Sicherheitsstrategie, baut Taiwans Lieferbeziehungen zum globalen Satellitenökosystem aus und setzt dabei auf internationale Partner.
So ein Partner ist beispielsweise das deutsche Start-up Reflex Aerospace. Es arbeitet mit der taiwanischen Firma Tensor Tech mit dem Ziel zusammen, die Satellitenfertigung zu beschleunigen. Tensor Tech produziert dabei Komponenten und Subsysteme für die Navigation und die Kontrolle von Satelliten. Auch die deutsche Exolaunch, ein Berliner Unternehmen, das sich auf Startmissionen für Kleinsatelliten fokussiert, hat bereits taiwanische Firmen mit Dienstleistungen unterstützt.
Für den Test von Satellitenteilen erhielt die Firma Rohde & Schwarz von Taiwans Raumfahrtorganisation TASA (Taiwan Space Agency) 2025 den Auftrag, eine Teststation für nahtlose Elektromagnetische Verträglichkeits (EMV)- und Antennenmessungen zu liefern. Raum für weitere Kooperationen ist vorhanden: von der Grundlagenforschung über Antriebstechnik, Sensorik, Navigations- und Kommunikationstechnik bis zu Datenanalysen und Transportdiensten.
Zum Beitrag: Taiwan baut seine Raumfahrtindustrie aus | Branchen | Taiwan | Raumfahrt
THAILAND / CHEMIE: Thailands Chemiebranche setzt auf Spezialchemie und Bioplastik
Das Königreich hat eine gut integrierte Chemiebranche. Doch günstige Importe aus China zwingen zur Neuausrichtung. Der schwache Pharmasektor sucht Investoren.
- Weltweite Überkapazitäten setzen heimische Unternehmen unter Druck.
- Trend zu einer spezialisierteren Produktpalette.
- Petrochemie leidet unter geopolitischen Krisen.
Zum Beitrag: Thailands Chemiebranche setzt auf Spezialchemie und Bioplastik | Branche kompakt | Thailand | Chemische Industrie
VIETNAM / WASSERWIRTSCHAFT: Vietnam treibt den Umbau seines Wassersektors voran
Vietnam investiert stark in die Abwasseraufbereitung und den Hochwasserschutz. Chancen für deutsche Unternehmen ergeben sich vor allem bei spezialisierten technologischen Lösungen.
Vietnams Wassersektor steht vor strukturellen Veränderungen. Staat und Kommunen investieren verstärkt in Abwasserbehandlung und Hochwasserschutz, während strengere Umweltauflagen den Handlungsdruck erhöhen. Gleichzeitig verschiebt sich das Marktumfeld für internationale Anbieter: Klassische Infrastrukturprojekte werden zunehmend lokal umgesetzt, neue Chancen entstehen vor allem in spezialisierten technischen Segmenten.
Zum Artikel: Vietnam treibt den Umbau seines Wassersektors voran | Special | Vietnam | Wasser – Die knappe Ressource
Europa
BGA / VERANSTALTUNG: 19. Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft
Die 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft findet vom 29. bis 31. Oktober 2026 in Seoul, Korea, statt. Der Auftaktempfang ist am Abend des 29. Oktober 2026, Konferenztage sind 30. und 31. Oktober. Die Konferenz wird vom APA-Vorsitzenden, Dr. Roland Busch, und von der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, geleitet. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung werden zu gegebener Zeit hier veröffentlicht.
Der BGA ist Mitträger des Asien Pazifik Ausschusses (APA), der Mitveranstalter der APK ist und wird vor Ort vertreten sein.
Zur Veranstaltung: 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft – Asien-Pazifik-Ausschuss
DÄNEMARK / ABFALLWIRTSCHFT: Ambitionierte Ziele beim Recycling
Dänemarks Abfallwirtschaft wird neu ausgerichtet. Regulatorische Vorgaben, Investitionen in Recycling und Digitalisierung sowie eine sich öffnende Marktstruktur prägen den Sektor.
- Ein klarer politischer Rahmen und EU-harmonisierte Vorgaben geben Investoren Sicherheit.
- Innovationsoffenheit und Bestrebungen im CCS-Bereich eröffnen alternative Geschäftschancen in der Branche.
- Insbesondere technologie- und kapitalstarke Anbieter können sich im klassischen Feld behaupten.
Zum Artikel: Abfallwirtschaft Dänemark
EUROPA / ROHSTOFFE: EU-Plattform: Matchmaking für strategische Rohstoffe gestartet
Die EU-Plattform erleichtert seit 2025 europäischen Unternehmen den Einkauf von strategisch wichtigen Rohstoffen und Energieprodukten – und geht nun in die nächste Runde.
Nachdem die Europäische Kommission im Jahr 2025 ihre digitale Plattform für Energie und Rohstoffe zur Beschaffung von Wasserstoff gestartet hatte, läuft seit dem 13. April 2026 die erste Vermittlungsrunde für strategische Rohstoffe für die Batterie- und Verteidigungsindustrie sowie seltene Erden.
Noch bis zum 5. Juni 2026 können sich europäische Unternehmen bei der EU-Energie- und Rohstoffplattform registrieren und ihren Bedarf an diesen strategischen Rohstoffen mitteilen. Nach Abschluss der Interessenbekundung wird die EU ab Sommer 2026 potenzielle Lieferanten zur Abgabe von Angeboten auffordern. Nach derzeitiger Planung vermittelt sie ab September 2026 direkte Kontakte zwischen Anbietern und Abnehmern. Verhandlungen, Vertragsabschluss und Preisfindung erfolgen außerhalb der Plattform ohne EU-Beteiligung. Der Rohstoffmechanismus beinhaltet keine Standardvertragsklauseln oder -vorlagen.
Zum Beitrag: EU-Plattform: Matchmaking für strategische Rohstoffe gestartet | Special | EU | Rohstoffsicherung
EUROPA / ZULIEFERER: Atomrenaissance – Kleine Reaktoren in Frankreich und Polen
Die EU will Kernkraft stärker fördern und setzt dabei auf Minireaktoren. Frankreich und Polen arbeiten an solchen Kleinkraftwerken. Auch deutsche Zulieferer positionieren sich.
Kernenergie erlebt in Europa eine politische Renaissance. Anders als noch vor einigen Jahren bewertet die Europäische Kommission die Energieart mittlerweile als wichtigen Baustein, um klimaschädliche Treibhausgase zu reduzieren.
Im Zentrum der neuen europäischen Nuklearpolitik steht eine Technologie: Small Modular Reactors (SMR). Diese kleinen, modularen Reaktoren haben eine geringere Leistung als große Kernkraftwerke, lassen sich aber in Serie produzieren und vergleichsweise schnell errichten. Noch befindet sich SMR in einem frühen Entwicklungsstadium. Bislang haben nur Russland und China Anlagen fertiggestellt.
Zum Artikel: Europas Atomrenaissance: Kleine Reaktoren in Frankreich und Polen | Branchen | Frankreich, Polen | Kernkraft
FRANKREICH / WIRTSCHAFT: Französisches Gesetz soll das Wirtschaftsleben vereinfachen
Das „Loi de simplification de la vie économique“ ist ein Maßnahmenpaket, in dem sich eine Vielzahl von Änderungen anderer Vorschriften findet.
Das Gesetz zur Vereinfachung des Wirtschaftslebens („Loi de simplification“) wurde nach fast zweijährigem Gesetzgebungsverfahren am 15. April 2026 von Nationalversammlung und Senat endgültig angenommen. Es umfasst in der Endfassung 87 Artikel (ursprünglich: 28) und ändert eine Vielzahl zentraler Gesetzbücher, unter anderem das Handelsgesetzbuch (Code de commerce), das Umweltgesetzbuch (Code de l’environnement), das Vergaberecht (Code de la commande publique), sowie mehrere Verwaltungs- und Spezialgesetze.
Das Gesetz soll administrative Belastungen für Unternehmen abbauen. Dadurch sollen wirtschaftliche und industrielle Projekte schneller vorankommen, ohne Abstriche bei der Rechtssicherheit.
Im Folgenden Beitrag eine Auswahl der relevantesten Regelungen: Französisches Gesetz soll das Wirtschaftsleben vereinfachen | Rechtsbericht | Frankreich | Wirtschaftsrecht
SPANIEN / PHARMA: Markt in Spanien wächst kontinuierlich
Der Bedarf an Medikamenten steigt in Spanien auch durch Zuwanderung. Die pharmazeutische Industrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land.
- Zunehmende Krankheitslast und höhere Lebenserwartung verstärken die Nachfrage nach Arzneimitteln.
- Branche investiert mehr in Forschung und Entwicklung und erweitert vorhandene Produktionsstätten.
- Sparzwänge im öffentlichen Gesundheitssystem bremsen Ausgaben für Pharmaka.
- Unsicherheit durch geplante Gesetzesänderungen.
Zum Artikel: Pharmaindustrie Spanien
Osteuropa und Zentralasien
KASACHSTAN / HANDEL: Krieg am Golf gibt dem Mittleren Korridor einen weiteren Schub
Transporte über Land zwischen Europa und Asien schränkt der Krieg am Golf weiter ein. Der Weg über das Kaspische Meer und Kasachstan bietet sich einmal mehr als Alternative an.
Den Bestrebungen Irans, den südlichen Transportkorridor zwischen Europa und Asien auszubauen, dürfte der Krieg seit Ende Februar 2026 im Nahen Osten vorerst ein Ende gesetzt haben. Bereits seit 2022 können Logistiker zudem den über das sanktionierte Russland führenden nördlichen Korridor nicht uneingeschränkt befahren. Als Alternative bleibt die multimodale und im regionalen Vergleich politisch stabile Verbindung über das Kaspische Meer und Zentralasien. Das Frachtaufkommen auf diesem mittleren der drei Korridore stieg laut Angaben des kasachischen Verkehrsministeriums zwischen 2021 und 2025 um mehr als das Siebenfache auf fast 4,5 Millionen Tonnen.
Zum Beitrag: Krieg am Golf gibt dem Mittleren Korridor einen weiteren Schub | Branchen | Kasachstan | Transport und Logistik
MONTENEGRO / RECHT: Neues Verbraucherschutzgesetz in Montenegro
Die umfassende Neuregelung stärkt die Rechte der Verbraucher insbesondere bei Online-Käufen und Dienstleistungen.
Das Regelwerk ersetzt das bisherige Gesetz zum Verbraucherschutz. Es harmonisiert nationales Recht vollständig mit den europäischen Verbraucherschutzrichtlinien.
Zu den wesentlichen Neuerungen gehören verschärfte Transparenzpflichten und klare Vertragsgestaltung, eine bessere Durchsetzbarkeit von Verbraucherrechten und schärfere Sanktionen bei unlauteren Geschäftspraktiken.
Zum Beitrag: Aktualisierungspflicht für Unternehmensdaten in Georgien | Rechtsbericht | Georgien | Gesellschaftsrecht
POLEN / INDUSTRIEPOLITIK: Polnische Staatsfirmen sollen bei heimischen Lieferanten kaufen
Bereits seit einiger Zeit sucht Polen nach Wegen, um mehr öffentliche Aufträge an heimische Unternehmen zu vergeben. Jetzt nimmt die Regierung große Staatsfirmen in die Pflicht.
Polens Regierung will künftig stärker überprüfen, in welchem Umfang Unternehmen mit staatlicher Beteiligung ihre Projekte an polnische Auftragnehmer vergeben. Das kündigten Premierminister Donald Tusk und der Minister für Staatsaktiva, Wojciech Balczun, auf einer Pressekonferenz im April 2026 an.
Staatsunternehmen sollen in diesem Zusammenhang neue Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) erhalten. Eine dieser Kennzahlen betrifft den sogenannten Local Content, also den Anteil der lokal in Polen erbrachten Wertschöpfung. Über die Aufsichtsräte, in denen auch staatliche Vertreter sitzen, kann die Regierung nachvollziehen, inwieweit die Unternehmen diese Ziele erfüllen.
Das Ministerium für Staatsaktiva definiert Local Content laut einer Mitteilung als „den Wert der Waren oder Dienstleistungen, die von einem inländischen Unternehmen hergestellt oder erbracht werden“. Maßgeblich ist damit vor allem der Firmensitz des Auftragnehmers.
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RUMÄNIEN, BULGARIEN / WIRTSCHAFT: Förderung der Lebensmittelindustrie
Rumänien und Bulgarien modernisieren ihre Lebensmittelindustrie mit Programmen, um die lokale Wertschöpfung zu erhöhen. Damit gewinnen beide Länder als Standorte an Bedeutung.
Steigende Preise für Energie, Transport und Vorprodukte wie Dünger infolge des Kriegs im Nahen Osten setzen deutsche Lebensmittelhersteller unter zunehmenden Kostendruck. Eine Strategie sind günstigere Produktionen und Beschaffungen. Dabei rücken Rumänien und Bulgarien in den Fokus, die innerhalb der Europäischen Union die niedrigsten Lohnkosten und vergleichsweise günstige Produktionsbedingungen bieten. Von den Förderprogrammen für die Lebensmittelhersteller in beiden Ländern können auch deutsche Unternehmen profitieren, wenn sie in dortige Produktionsstätten investieren.
Rumänien und Bulgarien positionieren sich somit als künftig alternative neue Standorte zu Ungarn, Spanien oder Italien. In Rumänien sind bereits deutsche Lebensmittelhersteller wie Hochland, Fuchs, Dr. Oetker oder Wiesenhof aktiv. Das Allgäuer Unternehmen Hochland ist seit 1998 in Rumänien tätig und produziert in seinen Werken in Sighisoara und Sovata unter anderem Schmelzkäse, Mozzarella und gereiften Käse. In Bulgarien sind internationale Einzelhandelsketten wie Lidl, Kaufland sowie Supermärkte der REWE Group vor Ort. Das Unternehmen Serdika‑94 produziert Joghurt, Butter und Schmand für Lidl. Geschäftsführer Ivaylo Filipov zeigt sich auf Nachfrage von Germany Trade & Invest zufrieden mit dieser Kooperation, die ihm Planbarkeit und feste Abnahmemengen zu akzeptablen Preisen garantiert: „Wir können insgesamt gemeinsam mit Lidl wachsen“, sagt er.
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UKRAINE / KMU: Neue Ukraine-Fonds eröffnen Lieferchancen für KMU
Der Artikel fasst die wichtigsten neuen Investmentfonds für die Ukraine zusammen und ordnet ein, in welchen Branchen konkrete Lieferbedarfe entstehen.
Seit dem Jahr 2025 ist eine neue Generation von Investmentfonds mit Ukraine‑Mandat aktiv. Mehrere neu aufgelegte Finanzierungsinstrumente mobilisieren Kapital und finanzieren konkrete Investitionen, darunter Windparks, Industrieparks oder Nahrungsmittelwerke. Für den Bau und die Modernisierung dieser Anlagen werden Technik und Ausrüstung benötigt. Für deutsche Unternehmen könnten sich daraus Aufträge und Lieferchancen ergeben.
Begünstigt wird diese Fondswelle durch die gezielte Beteiligung internationaler Entwicklungsbanken. Institutionen wie EBRD, EIB oder die US‑Entwicklungsbank DFC beteiligen sich als Ankerinvestoren und übernehmen das erste Ausfallrisiko. Dieser sogenannte First‑Loss‑Puffer schützt private Geldgeber vor Anfangsverlusten und erhöht die Planbarkeit von Investitionen in der Ukraine. Privates Kapital kann dadurch mobilisiert werden, Industrieprojekte werden finanzierbar.
Auffällig ist die zentrale Rolle von Dragon Capital: Das Kiewer Investmenthaus managt mit REBUF, ADUIF und dem European Flagship Fund drei der wichtigsten neuen Vehikel und ist damit zu einem Dreh‑ und Angelpunkt der privatwirtschaftlichen Finanzierung des Ukraine‑Wiederaufbaus geworden.
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UNGARN / STEUERN: Ungarn führt Werbesteuer wieder ein
Nach einer siebenjährigen Pause tritt die Werbesteuer in Ungarn ab dem 1. Juli 2026 wieder in Kraft.
Die im Jahr 2019 faktisch ausgesetzte Werbesteuer (0 Prozentsatz) erfährt ein Comeback: Das Gesetz LXXXIII von 2025 zur Änderung bestimmter Steuergesetze zur Verringerung der Verwaltung und zur rechtlichen Harmonisierung verlängerte die Anwendung des 0-Prozentsatzes nur bis zum 30. Juni 2026. Das bedeutet, dass die Werbesteuer ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 wiedereingeführt wird.
Als Basis gilt das jährliche Nettoeinkommen aus der Veröffentlichung von Anzeigen. Für alle betroffenen Parteien gilt ein einheitlicher Steuersatz und eine steuerfreie Schwelle:
- steuerbefreit sind Einnahmen aus Werbeaktivitäten bis zu 100 Millionen HUF;
- der Anteil, der diesen Betrag übersteigt, unterliegt einer Werbesteuer von 7,5 Prozent.
Betroffen sind neben klassischen Medienunternehmen auch digitale Plattformen sowie Unternehmen, die ausländische Werbedienstleister nutzen.
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Naher Osten und mittlerer Osten
VAE / HANDEL: Zwei neue Freihandelsabkommen in Kraft
Für die Vereinigten Arabischen Emirate sind zwei umfassende Wirtschaftspartnerschaftsabkommen in Kraft getreten – eines mit Aserbaidschan und eines mit Südkorea.
Zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Aserbaidschan ist am 15. April 2026 ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen in Kraft getreten. Das Abkommen soll den Marktzugang für Exporteure beider Länder erleichtern, indem es Zölle für den Großteil der gehandelten Waren und Dienstleistungen abbaut oder senkt. Zugleich soll es die Zusammenarbeit des Privatsektors sowie kleine und mittlere Unternehmen stärken.
Am 1. Mai 2026 trat zudem ein Handelsabkommen mit Südkorea in Kraft. Für die VAE ist dies die Implementierung des siebzehnten umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (Comprehensive Economic Partnership Agreement – CEPA). Für Südkorea ist dies das erste Freihandelsabkommen mit einem Staat des Golfkooperationsrats (GCC) und der MENA‑Region. Das Abkommen sieht den Abbau oder die Senkung von Zöllen auf über 90 Prozent des bilateralen Waren- und Dienstleistungshandels vor.
Die VAE verhandeln auch mit der Europäischen Union über ein Freihandelsabkommen. Im April 2026 wurde die sechste Verhandlungsrunde abgeschlossen.
Welt
WELT / WTO: Plurilaterales WTO-Informations-Technologie-Abkommen (ITA)
Vietnam hat einen Antrag auf Beitritt zum Erweiterungsabkommen (ITA II) gestellt.
Moderne Techniken im privaten Haushalt, aber auch intelligente Produktionsprozesse sind in der heutigen Zeit selbstverständlich. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gehören zu den am stärksten wachsenden Sektoren im internationalen Handel. Das einzige Problem sind jedoch auch hier die hohen Zollschranken, die das Endprodukt verteuern.
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WELT / ZOLL: Neue Ausgabe des Harmonisierten Systems ab 1. Januar 2028
Die Weltzollorganisation veröffentlicht die Korrelationstabellen. Die neue Version tritt zum 1. Januar 2028 in Kraft.
Die Weltzollorganisation hat das neue Harmonisierte System (HS) 2028 veröffentlicht. Das Harmonisierte System ist ein Warenverzeichnis, das auf einem sechsstelligen Code basiert und die Grundlage für den internationalen Warenhandel bildet. Fast alle Staaten wenden die ersten sechs Stellen auf Grundlage des HS an, was die Recherche der im Drittland anfallenden Zölle und weiteren Einfuhrbestimmungen erleichtert.
Das aktuelle HS 2022 wird ab 1. Januar 2028 durch das HS 2028 ersetzt. Das HS wird in der Regel alle fünf Jahre aktualisiert. Die Überarbeitung hat aufgrund der Corona-Pandemie ein Jahr länger gedauert.
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