Der BDEx (Bundesverband des Deutschen Exporthandels e.V.) fungiert als führender Verband für deutsche Unternehmen im Außenhandel. Seine vorrangige Aufgabe besteht darin, die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder im Exporthandel zu schützen und zu fördern, indem er sich gezielt für deren Belange im internationalen Handel einsetzt.
Beraten.
Länder- und Marktinformationen 6/2026
Afrika
ALGERIEN / IMPORT: Versand nach Algerien nur nach erfolgter Domizilierung möglich
Neue Vorgaben verpflichten algerische Importeure, die Bankdomizilierung vor dem Versand der Ware aus dem Ausland abzuschließen.
Die algerische Zentralbank hat mit der Mitteilung Nr. 01/DGC/2026 vom 14. Mai 2026 neue Vorgaben für die Importabwicklung eingeführt. Künftig ist jede Einfuhr von Waren an eine vorherige Bankdomizilierung gebunden. Der Versand durch den ausländischen Lieferanten darf erst erfolgen, nachdem die Importtransaktion bei einer zugelassenen Bank registriert (domiziliert) wurde.
Was deutsche Exporteure beachten sollten:
- Sicherstellen, dass das Datum auf Transport- und Versanddokumenten nach dem Datum der Bankdomizilierung liegt
- Versand erst nach erfolgter Domizilierung veranlassen
- Beachten: Wird die Ware vor der Domizilierung versendet, dürfen algerische Banken den Vorgang grundsätzlich nicht akzeptieren; Ausnahmen gelten nur in begründeten Einzelfällen
- Enge Abstimmung mit dem algerischen Geschäftspartner, um Verzögerungen oder Zurückweisungen zu vermeiden.
Die Regelung gilt nicht für Waren, die bereits vor Veröffentlichung der Mitteilung versandt wurden. Maßgeblich ist das Datum im jeweiligen Transportdokument.
Zum Beitrag: Versand nach Algerien nur nach erfolgter Domizilierung möglich | Zollbericht | Algerien
ÄGYPTEN / RECYCLING: Ägypten entdeckt Abfall als Ressource
Ägypten forciert das Recycling: Neben der stofflichen Wiederverwertung erhält die Energiegewinnung aus Abfällen und Entsorgungseinrichtungen erhöhte Aufmerksamkeit.
Ägypten hat sich das Ziel gesetzt, bis 2027 einen Anteil von 60 Prozent der kommunalen Abfälle von schätzungsweise jährlich rund 30 Millionen Tonnen der Wiederverwertung zuzuführen. In den Fokus rückte daneben besonders die Gewinnung von Energie aus Abfällen, Deponiegasen oder Klärschlamm; dies angesichts der Beeinträchtigung der Energiemärkte infolge des Irankrieges.
Zum Artikel: Ägypten entdeckt Abfall als Ressource | Branchen | Ägypten | Abfallentsorgung, Recycling
MAROKKO / AGRAR: MAROKKO TRÄGT ZUR STABILISIERUNG DER WELTWEITEN DÜNGEMITTELVERSORGUNG BEI
Der Nahostkrieg führt auf dem Weltmarkt für Düngemittel zu erheblichen Verwerfungen. Als einer der wichtigsten Anbieter phosphatbasierter Düngemittel gewinnt Marokko an Bedeutung.
Der Krieg in der Golfregion und die damit verbundene Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigen nicht allein den Weltmarkt für Öl und Gas, sondern auch die Versorgung mit Vorprodukten zur Düngemittelherstellung. Insbesondere Stickstoff und Ammoniak stammen aus dieser Region. Das wirkt sich auch auf die Versorgung des deutschen Marktes mit Kunstdünger aus. Zudem zwingt es die weltweit führenden Agrarchemiekonzerne zu einer Umstrukturierung, um den Einsatz von Ammoniak und Stickstoff zu verringern. Diese Umstrukturierung ruft wiederum einen Neubedarf nach Chemieanlagen auf den Plan, was dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau Aufträge sichern kann, darunter in Marokko.
Zum Artikel: Marokko trägt zur Stabilisierung der weltweiten Düngemittelversorgung bei | Branchen I Marokko I Agrarchemikalien
MAROKKO / PHARMASEKTOR: MAROKKO ALS PRODUKTIONS- UND EXPORTHUB FÜR DIE PHARMAINDUSTRIE
Die deutsche Pharmaindustrie bleibt mit einem Lieferanteil von unter 10 Prozent an Marokkos Pharmamarkt unter ihrem Potenzial. Zumal jedes Jahr mehr Geld für Arzneimittel fließt.
- Ausweitung der gesetzlichen Krankenversicherung und moderne Therapien vergrößern Nachfrage nach Arzneimitteln.
- Steigende Energie- und Transportkosten verringern die Margen in der Produktion und im Pharmahandel.
- Zulassungs- und Kontrollmechanismen für Arzneimittel werden digital und verschärfen sich.
Zum Artikel: Pharmaindustrie Marokko
TUNESIEN / STANDORT: IT‑NEARSHORING GEWINNT IN TUNESIEN AN DYNAMIK
Tunesien entwickelt sich vom Geheimtipp zum ernstzunehmenden IT‑Nearshoring‑Standort –und punktet mit qualifizierten Fachkräften, der Nähe zu Europa und wettbewerbsfähigen Kosten.
Ob Indien, Rumänien oder die Ukraine: Während Länder in Asien oder Osteuropa bereits etablierte Standorte für die Beschaffung von IT-Dienstleistungen sind, spielt Tunesien bislang noch eine Nebenrolle. Das nordafrikanische Land gewinnt aber insbesondere im Nearshoring‑Segment für Industrie‑ und Mittelstandsunternehmen an Bedeutung.
Zum Artikel: IT‑Nearshoring gewinnt in Tunesien an Dynamik | Special | Tunesien | Beschaffung
Amerika
ARGENTINIEN / AGRAR: Argentiniens Landwirtschaft mit sehr guten Zukunftsaussichten
Argentinische Steaks sind berühmt. Der Pampasstaat gehört zu den großen Agrarproduzenten der Welt. Gute Ernten und Preise beflügeln derzeit das Geschäft.
- Die Landwirtschaft profitiert von der anhaltend hohen Weltmarktnachfrage, der Rekordernte 2025/26 und einer für den Sektor günstigeren Politik.
- Der Sektor arbeitet hocheffizient, ist sehr anpassungsfähig und erschließt neue Nischen und Absatzmärkte.
- Zugleich bleiben einzelne Bereiche wie die Milchwirtschaft unter Druck.
- Belastend wirken zudem stark gestiegene Kosten für Kraftstoffe und Düngemittel infolge des Iran-Krieges.
Wachsende Weltbevölkerung, neue Nischenprodukte und Märkte – die Landwirtschaft profitiert von vielen Trends. Herausforderungen bergen Klimawandel, Irankrieg und die Infrastruktur.
Zum Artikel: Landwirtschaft Argentinien
BRASILIEN / WASSERWIRTSCHAFT: Es fließen Milliarden
Brasilien bietet einen gigantischen Markt für Wasser- und Abwassertechnologie jeder Art, der jedoch sehr preisorientiert ist. Es dauert, die richtigen Kontakte aufzubauen.
Brasilien zählt zu den wasserreichsten Ländern der Welt. Die Verfügbarkeit von Wasser ist ein zentraler Wachstumsfaktor für die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas: Mehr als ein Viertel der Bruttowertschöpfung des Landes entfällt auf das hocheffiziente Agrobusiness. Zugleich stammt immer noch gut die Hälfte des Stroms aus Wasserkraftwerken, auch wenn Wind- und Solarenergie stark an Bedeutung gewinnen.
Extremwetterereignisse stellen Brasilien zunehmend vor Herausforderungen. Perioden anhaltender Dürre beeinträchtigen das Agrobusiness, die Energiewirtschaft und somit auch die Industrie. Der Schutz vor Überschwemmungen durch Starkregen findet bislang weniger Beachtung in der Politik.
Zum Beitrag: In Brasiliens Wasserwirtschaft fließen Milliarden | Special | Brasilien | Wasser – Die knappe Ressource
LATEINAMERIKA / KRITISCHE ROHSTOFFE: Lateinamerika will mehr Wertschöpfung
Die EU hat 34 Rohstoffe als kritisch definiert. Davon werden 25 in Lateinamerika abgebaut. Der internationale Wettlauf um sie ist in vollem Gang.
Die Schlüsselressourcen für Energiesicherheit, KI-Revolution und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit heißen Kupfer, Lithium, Nickel, Grafit, Kobalt und seltene Erden. Geht es um diese sechs strategischen Rohstoffe, nimmt Lateinamerika eine führende Position ein. Die Region erzielt mit ihrer Minenproduktion bereits heute einen Marktwert von rund 100 Milliarden US-Dollar (US$), wie Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigen. Damit liegt der Subkontinent vor allen anderen Regionen und großen Bergbauländern wie Indonesien, China und Australien – und wird die Spitzenposition auch bis 2040 halten, so die IEA in ihrem Global Critical Minerals Outlook 2025.
Die Projektpipeline zwischen Mexiko und Feuerland ist prall gefüllt. Das zeigt eine GTAI-Analyse vom Oktober 2025, die sich mit dem Rohstoffsektor im Allgemeinen befasst. Ausländisches Kapital konzentriert sich angesichts erwarteter Knappheiten und großer Vorkommen kritischer Mineralien zunehmend auf den Subkontinent. Die wichtigsten Investoren kommen aus Kanada, dem Vereinigten Königreich, China und Australien.
Zum Beitrag: Lateinamerika will mehr Wertschöpfung | Branchen | Lateinamerika | Kritische Rohstoffe
USA / IMPORT: Einführung von eFiling für Konformitätsbescheinigungen
Update – Ab 8. Juli 2026 gilt das eFiling-Programm für alle inländisch hergestellten und importierten Konsumgüter, die einem verbindlichen Sicherheitsstandard unterliegen.
Die U.S. Consumer Product Safety Commission (CPSC) führt das sogenannte eFiling-Programm zur elektronischen Übermittlung von Informationen zur Bescheinigung für regulierte Einfuhrgüter. Damit einher geht eine Überarbeitung der Anforderungen an Konformitätsbescheinigungen (Certificate of Compliance, CoC).
Zum Beitrag: Einführung von eFiling für Konformitätsbescheinigungen | Zollbericht | USA | Konformitätserfordernisse
USA / VERTEIDIGUNGSWIRTSCHAFT: Beschaffungsvolumen der US-Luftwaffe soll sich verdoppeln
Der Irankrieg und das Projekt „Golden Dome“ lassen die Ausgaben für Raketen exponentiell ansteigen. Die USA investieren zugleich in Kampfjets der fünften und sechsten Generation.
Im Nahostkrieg konnte die US-Luftwaffe ihre große militärische Überlegenheit unter Beweis stellen. So vermeldete das Pentagon Ende März 2026 rund 2.000 Einsätze. Dabei verloren die Vereinigten Staaten nur zwei Maschinen. Außerdem konnten ihre Raketenabwehrsysteme einen Großteil der vom Iran abgefeuerten Geschosse erfolgreich abfangen.
Doch die hohen Abschussquoten haben eine Kehrseite: Die Kosten pro Abfangrakete sind sehr hoch. Zudem sind die ohnehin durch Lieferungen an die Ukraine verringerten Bestände weiter gesunken. Laut dem Center of Strategic Studies haben die USA während des siebenwöchigen Krieges 50 Prozent ihres Vorrats an Patriot- und THAAD-Abfangraketen verbraucht. Für alle US-Raketen insgesamt ergebe sich ein Wert von minus 45 Prozent.
Es wird angesichts der vorhandenen Produktionskapazitäten lange dauern, bis die Lager wieder das Vorkriegsniveau erreicht haben. Laut einem Bericht der New York Times vom April 2026 gehen Experten von bis zu fünf Jahren aus.
Zum Artikel: Beschaffungsvolumen der US-Luftwaffe soll sich verdoppeln | Branchen | USA | Verteidigungswirtschaft
USA / WIRTSCHAFT: US-Batterieindustrie richtet sich neu aus
Die schwache Nachfrage nach E-Autos führt zu einem Kurswechsel. US-Batteriewerke produzieren zunehmend Speicher für das Stromnetz und KI-Rechenzentren.
Als der Aktienkurs von Ford im Mai 2026 auf ein Dreijahreshoch stieg, lag der Impuls nicht im klassischen Autogeschäft. Treiber war vielmehr die Gründung der Tochtergesellschaft Ford Energy, mit der der Konzern in das neue Geschäftsfeld stationärer Energiespeicher einsteigt.
Für den Konzern stellt dies einen milliardenschweren Strategiewechsel dar: Eine ursprünglich für Elektrofahrzeuge konzipierte Batteriezellfabrik in Glendale, Kentucky wird für 2 Milliarden US-Dollar (US$) umgerüstet und soll künftig containerbasierte Großspeichersysteme produzieren. Ab 2027 ist eine jährliche Kapazität von 20 Gigawattstunden vorgesehen.
Ein Batterie-Joint-Venture mit dem südkoreanischen Hersteller SK On wird aufgelöst. Im Zuge der Neuordnung übernimmt SK On eine Fabrik in Tennessee und positioniert sich ebenfalls im Markt für stationäre Energiespeicher.
Zum Beitrag: US-Batterieindustrie richtet sich neu aus | Branchen I USA I Energiespeicherung, Batterien
Asien und Ozeanien
ASEAN / WIRTSCHAFT: Geplante Wirtschaftszone eröffnet neue Perspektiven in ASEAN
Das singapurisch-malaysische Gemeinschaftsprojekt soll Standortvorteile beider Länder verbinden. Auch deutsche Firmen können davon profitieren. Einige Hürden bestehen aber noch.
Anfang 2025 unterzeichneten Singapur und Malaysia eine Vereinbarung über die Gründung einer gemeinsamen Sonderwirtschaftszone in Johor. Regierungsvertreter sprachen von einem Meilenstein und einer „einzigartigen Initiative“ im Rahmen der bilateralen Beziehungen. Die Johor-Singapore Special Economic Zone (JS-SEZ) soll die Wettbewerbsfähigkeit beider Länder steigern und deren wirtschaftliche Integration verbessern.
Die Wirtschaftszone soll zusätzliche Wertschöpfung in Höhe von 26 Milliarden US-Dollar (US$) pro Jahr schaffen. Darüber hinaus sollen rund 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Johor liegt im Süden Malaysias an der Grenze zu Singapur. Die Wirtschaftszone erstreckt sich über eine Fläche von 3.500 Quadratkilometern. Das ist mehr als viermal so groß wie der Stadtstaat Singapur selbst. Und es entspricht etwa dem Zweifachen der Sonderwirtschaftszone in Shenzhen, China.
Für viele Unternehmen gilt die ASEAN-Region als eine attraktive Alternative zu China. Die neue Sonderwirtschaftszone dürfte nun ein weiteres Argument für die Neuansiedlung oder Verlagerung von Produktionsstätten in die Region liefern. Ein Jahr nach der Gründung ist Johor offiziellen Angaben zufolge die mit Abstand dynamischste Investitionsregion in Malaysia mit einem Plus von 125 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unternehmen investierten 2025 rund 28 Milliarden US$, was einem Viertel aller Investitionen im Land entsprach.
INDIEN / WIRTSCHAFT: Chinesische Waren ersetzen deutsche Importe in Indien
Chinesische Waren haben eine starke Stellung bei Indiens Einfuhren, während Deutschlands Importanteil schrumpft. Der Wettbewerb bei zentralen Industriegütern verschärft sich.
Warenimporte aus China haben in Indien an Bedeutung gewonnen, während die Relevanz deutscher Einfuhren abgenommen hat. Im Finanzjahr 2009/2010 (1. April bis 31. März) lag Chinas Anteil an den indischen Gesamtimporten noch bei 10,7 Prozent. Bis 2025/2026 stieg dieser Wert auf 17,0 Prozent. Im gleichen Zeitraum ging der Anteil der indischen Importe aus Deutschland von 3,6 Prozent auf 2,5 Prozent zurück.
Zum Artikel: Chinesische Waren ersetzen deutsche Importe in Indien | Wirtschaftsumfeld | Indien | Struktur Außenhandel
JAPAN / IMPORT: Japans Nahrungsmittelmarkt bleibt auf sehr hohem Niveau stabil
Japans Nahrungsmittelmarkt ist geprägt von hohen Ansprüchen der Kunden. Neue Produkte müssen in der Regel andere verdrängen.
- Freihandelsabkommen zwischen EU und Japan verbessert den Marktzugang.
- Impulse für westliches Essen kommen von ausländischen Touristen.
- Schrumpfende und alternde Bevölkerung in Japan.
Zum Artikel: Ernährungswirtschaft Japan
PHILIPPINGEN / IT: Philippinische IT-Dienstleistungen sind ein Exportschlager
Die Filipinos gelten als technologieaffin und die Löhne in den Philippinen sind niedrig. Das Land gilt daher als günstiger Beschaffungsmarkt für IT-Dienstleistungen.
Die Philippinen sind ein wichtiger Standort für IT-Dienstleistungen in Südostasien. Die Anbieter setzten 2025 rund 40 Milliarden US-Dollar (US$) um und damit 5 Prozent mehr als im Vorjahr, so die Daten der IT & Business Process Association of the Philippines (IBPAP). Für 2026 erwartet der Industrieverband einen Umsatz von 42 Milliarden US$. Die Branche hat einen Anteil von fast 70 Prozent an den gesamten Dienstleistungsexporten des Landes und beschäftigt fast 2 Millionen Menschen. Seit 2010 haben sich Umsatz und Mitarbeiterzahl vervierfacht.
Allerdings bedroht der Siegeszug der künstlichen Intelligenz (KI) das Geschäftsmodell vieler Unternehmen, denn die klassischen Aufgaben im Business Process Outsourcing (BPO) und Management (BPM) werden zunehmend von KI-Anwendungen erledigt. Einer Studie der Weltbankgruppe zufolge sind 40 Prozent der Beschäftigten im philippinischen IT-Sektor mit Tätigkeiten befasst, die durch Automatisierung und generative KI-Anwendungen ersetzt werden können.
Zum Beitrag: Philippinische IT-Dienstleistungen sind ein Exportschlager | Special | Philippinen | Beschaffung
SINGAPUR / ENERGIE: Singapur will zusätzlichen Strombedarf aus Erneuerbaren decken
Singapurs Stromnachfrage steigt. Es bemüht sich um zusätzliche und alternative Bezugsquellen. Das birgt auch Beteiligungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen.
Der Energiebedarf Singapurs wird bis 2035 um bis zu 5 Prozent pro Jahr wachsen. Das liegt insbesondere am steigenden Strombedarf in dem kleinen, südostasiatischen Land. Laut der Energiemarktbehörde EMA ist dafür vor allem die dynamische Entwicklung in energieintensiven Bereichen wie dem Transportsektor, vor allem durch elektrische Fahrzeuge, oder Advanced Manufacturing verantwortlich. Aber auch der Boom von Datenzentren und künstlicher Intelligenz sorgt für eine zunehmende Stromnachfrage.
Zum Beitrag: Singapur will zusätzlichen Strombedarf aus Erneuerbaren decken | Branchen | Singapur | Energie
TAIWAN / WIRTSCHAFT: Taiwan baut sein Batterieökosystem weiter aus
Taiwans Batterieindustrie wächst und bietet Chancen für deutsche Anbieter von Produktionsanlagen und Materialien. Zudem eröffnen sich neue Bezugsquellen.
Mit dem Ausbau seines Batterieökosystems will Taiwan das Nachfragepotenzial bei E-Fahrzeugen (Roller, Nutzfahrzeuge, Pkw) und Energiespeichern (Datenzentren, Back-up-Systeme, Netzausgleich) bedienen. Die Insel setzt auf lokale Produktion, internationale Kooperationen und Recycling. Auch Europa rückt dabei in den Fokus. Denn Taiwan will alternative Lieferketten zu China entwickeln.
Der taiwanische Batteriemarkt wächst dynamisch. Er soll von rund 2 Milliarden US-Dollar (US$) im Jahr 2026 auf über 3 Milliarden US$ bis 2030 steigen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Mordor Intelligence. Der Fokus liegt auf Sekundärbatterien. Die Abgrenzung zwischen Anwendungen in der Elektromobilität und stationären Batteriespeichersystemen ist dabei fließend.
Zum Beitrag: Taiwan: Batteriemarkt wächst dynamisch
ZENTRALASIEN / IT: Warum Datenzentren bald die Seidenstraße säumen könnten
Zentralasien bietet gute Bedingungen für Datenzentren. Der Markt befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Erste Projekte gibt es in Kasachstan und Usbekistan.
Wer den Begriff „Data Center Valley“ hört, denkt zunächst an das Silicon Valley in Kalifornien. Mit einer geplanten Fläche von 200 Hektar und einer elektrischen Anschlussleistung von 300 Megawatt würde das Projekt auch dort gut passen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Datenzentrum, das im kasachischen Ekibastuz entstehen soll. Angetrieben mit günstigem Strom aus einem der weltweit größten Kohlekraftwerke könnte das Data Center Valley Kasachstans Weg in das Zeitalter der künstlichen Intelligenz (KI) ebnen.
Auch im benachbarten Usbekistan nehmen die Ankündigungen für den Bau von Datenzentren zu. Die Regierung wirbt dort besonders aktiv um Investitionen. Ende 2025 wurde per Präsidialdekret eine Sonderzone in der Autonomen Republik Karakalpakstan geschaffen. Sie bietet umfangreiche Steuervergünstigungen und günstige Strompreise.
Die Zielgruppe sind internationale Anbieter wie DataVolt aus Saudi‑Arabien. Das Unternehmen arbeitet bereits an einem Datenzentrum mit einer Leistung von 12 Megawatt in Taschkent. Zudem plant DataVolt, sein Portfolio in Usbekistan auf 500 Megawatt auszuweiten.
Zum Beitrag: Warum Datenzentren bald die Seidenstraße säumen könnten | Branchen | Zentralasien | Datenzentren
Europa
EU / ANTIDUMPING: Acesulfam mit Ursprung in China
Die EU-Kommission teilt das bevorstehende Außerkrafttreten der Maßnahmen mit.
Bekanntmachung des bevorstehenden Außerkrafttretens
Die Antidumpingmaßnahmen treten am 29. Januar 2027 außer Kraft, sofern nicht ein Verfahren zur Überprüfung eingeleitet wird.
Zur Einleitung einer Überprüfung ist ein schriftlicher Antrag der Unionshersteller an die EU-Kommission erforderlich. Dieser Antrag muss genügend Beweise dafür enthalten, dass das Dumping und die Schädigung im Falle des Außerkrafttretens der Maßnahmen wahrscheinlich anhalten oder erneut auftreten werden. Der schriftliche Antrag auf Überprüfung muss der Europäischen Kommission spätestens drei Monate vor dem angegebenen Zeitpunkt des Außerkrafttretens der Maßnahme vorliegen.
Zum Artikel: Antidumping – Acesulfam mit Ursprung in China | EU Customs & Trade News | EU | Antidumping, Antisubvention
GRIECHENLAND / AGRAR: Griechenlands Agrarsektor unter Modernisierungsdruck
Strukturelle Schwächen der Landwirtschaft erhöhen den Bedarf an Maschinen in Griechenland. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Anschaffungen von Technik zügiger erfolgen.
- Geringe Größe der Betriebe
- Großer Modernisierungsbedarf, um wettbewerbsfähig zu werden
- Abhängigkeit von Subventionen
- Finanzierungsmöglichkeiten aus EU-Töpfen
- Kooperationen sind förderfähig
Niedrige Mechanisierung und Digitalisierung belasten Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Für deutsche Zulieferer bestehen dank der EU-Fördermittel gute Chancen.
Zum Artikel: Griechenlands Agrarsektor unter Modernisierungsdruck | Griechenland | Landwirtschaft
GRIECHENLAND / MASCHINENBAU: Griechischer Maschinenbau profitiert von EU-Fördermitteln
Investitionen der griechischen Industrie kommen heimischen Maschinenherstellern zugute. Das Angebot ist begrenzt. Der Produktionswert wächst stetig.
- Bis Ende 2026 kommen positive Impulse dank der Fördermittel aus dem EU-Aufbaufonds.
- Die Bruttoanlageinvestitionen dürften 2027 nur noch leicht wachsen.
- Zahlreiche Bau- und Investitionsprojekte in der griechischen Industrie kurbeln die Nachfrage nach Maschinen an.
- Branchenunternehmen sind stark exportorientiert und stark spezialisiert.
Zum Beitrag: Griechischer Maschinenbau profitiert von EU-Fördermitteln | Griechenland | Maschinenbau
ITALIEN / ARBEITSRECHT: Neue Regelungen wirken sich auf den Arbeitsmarkt aus
Zwei Gesetzesdekrete befassen sich mit der Plattformarbeit und mit dem Gender Pay Gap. Außerdem gibt es neue Beschäftigungsanreize.
Das Gesetzesdekret (Decreto-Legge) 62/2026 über gerechte Entlohnung, Beschäftigungsanreize und Plattformarbeit wurde am 30. April 2026 veröffentlicht und ist zum 1. Mai 2026 in Kraft getreten. Es enthält ein Maßnahmenpaket mit dem Ziel, prekäre Arbeitsbedingungen zu verhindern und gleichzeitig Einstellungsanreize für Arbeitgeber zu schaffen.
LUXEMBURG / ARBEITSRECHT: Anpassung des luxemburgischen Mindestlohnes
Seit dem 1. Juni 2026 gilt in Luxemburg ein neuer gesetzlicher Mindestlohn.
Der Mindestlohn ist an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten gebunden: Steigt oder sinkt der Verbraucherpreisindex im Laufe eines Halbjahres um 2,5 Prozent, so werden grundsätzlich auch die Gehälter im gleichen Verhältnis angepasst. Der Verbraucherpreisindex wird regelmäßig vom Nationalen Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien (Institut national de la statistique et des études économiques – Statec) veröffentlicht. Seit dem 1. Juni 2026 liegt die Indexzahl bei 992,24.
Zum Beitrag: Anpassung des luxemburgischen Mindestlohnes | Rechtsmeldung | Luxemburg | Arbeitsrecht
Osteuropa und Zentralasien
POLEN / ELEKTROMOBILITÄT: Polen will Elektroauto gemeinsam mit Taiwan bauen
Nach dem Rückzug eines Technologiepartners drohte Polens Elektroauto‑Projekt zu scheitern. Nun könnte eine neue Partnerschaft wieder Schwung in das Vorhaben bringen.
Das polnische Staatsunternehmen ElectroMobility Poland (EMP) will gemeinsam mit dem taiwanischen Elektronikhersteller Foxconn (Hon Hai Precision Industry Co., Ltd.) ein Elektrofahrzeug in Polen bauen. Die beiden Firmen haben sich zusammen mit dem polnischen Ministerium für Staatsunternehmen darauf verständigt, Gespräche über ein Joint Venture aufzunehmen.
Zum Beitrag: Polen will Elektroauto gemeinsam mit Taiwan bauen | Branchen | Polen | Elektromobilität
SLOWAKEI / WIRTSCHAFT: Slowakei will Firmen bei Stromkosten und Bürokratie entlasten
Die slowakische Regierung hat ein Wachstumspaket beschlossen, um die Konjunktur in Schwung zu bringen. Geplant sind niedrigere Energiepreise, Investitionsfonds und Bürokratieabbau.
Die Slowakei will mit einem Wachstumspaket die aktuelle Konjunkturflaute überwinden. Anfang Juni 2026 beschloss die Regierung zunächst 38 Maßnahmen. Die Pläne zielen darauf ab, die Energiekosten zu senken, Steuer- und Abgabensysteme anzupassen, Investitionen zu fördern, den Arbeitsmarkt zu beleben und bürokratische Hürden abzubauen. Das würde auch den mehr als 600 deutschen Unternehmen zugutekommen, die zwischen Donau und Hoher Tatra aktiv sind. Zuletzt war der Druck auf die Politik gestiegen, mehr Anreize für Wachstum zu schaffen. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage unter den ausländischen Firmen im Land.
Zum Beitrag: Slowakei will Firmen bei Stromkosten und Bürokratie entlasten | Wirtschaftsumfeld | Slowakei | Investitionsklima
SLOWENIEN / STEUERRECHT: Slowenien verabschiedet Interventionsgesetz
Das neue Gesetz soll zur Reduzierung der Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen führen und dadurch die wirtschaftliche Entwicklung Sloweniens beleben.
Das slowenische Parlament hat am 11. Mai 2026 das Gesetz über Interventionsmaßnahmen zur Entwicklung Sloweniens (ZIURS) verabschiedet.
Das Gesetz umfasst ein breites Maßnahmenpaket mit dem Ziel, Unternehmen und private Haushalte finanziell zu entlasten, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken und auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren.
Zu den zentralen Maßnahmen zählen steuerliche Entlastungen, darunter die Senkung der Besteuerung von Mieteinnahmen: von 25 Prozent auf 15 Prozent und im Falle von Langzeitmieten an junge Menschen (bis 30 Jahre) und junge Familien auf 5 Prozent, sowie die Einführung einer Deckelung von Sozialabgaben. Ebenso wurde eine Reduzierung der Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel (Senkung auf 5 Prozent für 15 Grundnahrungsmittel wie Weißmehl, Brot, Nudeln, Fleisch, Milch, Joghurt), sowie eine temporäre Senkung des Umsatzsteuersatzes für Energie (Senkung auf 9,5 Prozent für Strom, Erdgas, Fernwärme und Brennholz für einen Zeitraum von 9 Monaten) beschlossen.
Darüber hinaus sieht das Gesetz Anpassungen für Selbständige und Unternehmen (Einführung einer Pauschalsteuer von 20 Prozent anstelle der gestaffelten Steuer von 20 Prozent und 35 Prozent), Änderungen im Bereich Sozialversicherung (maximale Bemessungsgrundlage für Sozialversicherungsbeiträge für alle Steuerzahler und alle Arten von Sozialversicherungsbeiträgen wird auf 7.500 Euro begrenzt) und Pensionen sowie Eingriffe in den Arbeitsmarkt und das Gesundheitssystem vor.
Während Befürworter das Gesetz als wichtigen Schritt zur Entlastung der Wirtschaft bewerten, weisen Kritiker auf mögliche Risiken für die öffentlichen Finanzen und die langfristige Stabilität sozialer Systeme hin.
Mit dem Interventionsgesetz setzt Slowenien auf kurzfristige Entlastung und strukturelle Anpassungen, deren langfristige Auswirkungen jedoch politisch und wirtschaftlich umstritten bleiben.
Zum Beitrag: Slowenien verabschiedet Interventionsgesetz | Rechtsbericht | Slowenien | Steuervergünstigungen
UKRAINE / ARBEITSRECHT: Ukraine modernisiert das Arbeitsrecht
Das ukrainische Arbeitsrecht steht vor einer umfassenden Reform. Der Entwurf bringt mehr Flexibilität, aber auch neue Anforderungen für Unternehmen.
Die Novelle des Arbeitsgesetzes ist ein wichtiger Bestandteil des Beitrittsprozesses der Ukraine zur Europäischen Union (EU). Sie orientiert sich an über 30 EU-Richtlinien sowie an den Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Moderne arbeitsrechtliche Grundprinzipien sollen überholte sowjetische Strukturen ablösen.
Bereits im Januar 2026 hat die ukrainische Regierung den Gesetzentwurf Nr. 14386 in das Parlament eingebracht. Bei der Veranstaltung des ukrainischen Ministeriums für Wirtschaft vom 7. Mai 2026 „Arbeitsmarkt für die Wirtschaft der Zukunft“ betonte der Wirtschaftsminister, Oleksy Sobolev, die Dringlichkeit der Arbeitsrechtsreform.
Der Gesetzentwurf befindet sich in der ersten parlamentarischen Lesung. Bis zur endgültigen Verabschiedung ist mit weiteren Anpassungen zu rechnen.
Zum Beitrag: Ukraine modernisiert das Arbeitsrecht | Rechtsbericht | Ukraine | Arbeitsrecht
Naher Osten und mittlerer Osten
TÜRKEI / FISCHEREISEKTOR: Antisubvention – Regenbogenforellen mit Ursprung in der Türkei
Auf die Einfuhren von Regenbogenforellen mit Ursprung in der Türkei gelten Antisubventionsmaßnahmen, die mit Durchführungsverordnung (EU) 2021/823 verlängert wurden. Diese Maßnahmen treten zum 26. Mai 2026 außer Kraft.
Die EU-Kommission hatte im Juni 2025 das bevorstehende Auslaufen der Antidumpingmaßnahmen bekannt gegeben. Da kein Antrag auf Einleitung einer Auslaufüberprüfung bei der EU-Kommission einging, werden sie nicht verlängert.
Welt
WELT / WTO: Handelsbarometer: Neueste Entwicklungen
Das Handelsbarometer verzeichnet aktuell einen Wert von 101,7 Punkten. Der weltweite Warenhandel blieb im ersten Halbjahr 2026 relativ stabil.
Der aktuelle Bericht zum WTO-Handelsbarometer bezieht sich auf April 2026. Der Wert liegt mit 101,7 zwar weiterhin über dem Basiswert von 100 Punkten, sinkt jedoch im Vergleich zum Barometer aus April 2025 um 1,8 Punkte (103,5). Dieser Vergleich deutet darauf hin, dass sich das Wachstum im Warenhandel kontinuierlich verlangsamt. Mit Blick auf das erste Quartal 2026 ist aber festzuhalten, dass trotz Belastungen durch den Nahostkonflikt der weltweite Warenhandel im ersten Halbjahr 2026 relativ stabil blieb (Januar 2026: 102,3 vs. April 2026: 101,7).
Zum Artikel: WTO-Handelsbarometer: Neueste Entwicklungen | Zollbericht | WTO | WTO
WELT / ZOLL: Ursprungsnachweis für Ausfuhren in die Pazifik-Staaten
Ab 1. September 2026 gibt es eine Änderung im Warenverkehr mit den Pazifik-Staaten (Samoa, Fidschi, Papua-Neuguinea und die Salomonen): Für eine präferenzberechtigte Einfuhr im Rahmen des Interims-Wirtschaftspartnerschaftsabkommens EU-Pazifik ist eine Erklärung auf der Rechnung notwendig, die von einem in der EU-registrierten Ausführer (REX) ausgestellt wurde. Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 werden nicht mehr akzeptiert.
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