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Länder- und Marktinformationen 7/2026

Afrika

RUANDA / STEUERN: ÄNDERUNGEN IM UMSATZSTEUERRECHT IN RUANDA

Die ruandische Regierung nimmt Erbringer von digitalen Dienstleistungen in die Pflicht, Umsatzsteuer auf ihre Dienste zu zahlen. Es entstehen Registrierungs- und Zahlungsrisiken.

Bis Ende Juli 2026 läuft in Ruanda eine dreimonatige Frist für Unternehmen, die digitale Dienstleistungen erbringen. Sie sollen prüfen, ob sie nach den neuen steuerlichen Regeln unter die Umsatzsteuerpflicht fallen.

Mit dem Ministerial Order vom 29. April 2026 hat Ruanda detaillierte Vorschriften zur umsatzsteuerlichen Behandlung von online erbrachten Waren und Dienstleistungen geschaffen. Erstmals werden auch ausländische Dienstleistungserbringer in das System der Umsatzsteuerregistrierung und -erhebung einbezogen.

Zum vollständigen Beitrag: Änderungen im Umsatzsteuerrecht in Ruanda | Rechtsbericht | Ruanda | Umsatzsteuer

SÜDAFRIKA / ZOLL: SCHUTZMAßNAHMEN FÜR EINFUHREN VON ROSTFREIEN STAHLPRODUKTEN

Südafrika führt endgültige Schutzzölle ein.

Von der Schutzmaßnahme sind Einfuhren von beschichteten, flachgewalzten Stahlprodukten (Coils) aus Eisen bzw. legiertem oder nichtlegiertem Stahl mit einer Breite von ≥ 600 mm und einer Dicke < 0,45 mm, die entweder mit Aluminium‑Zink oder mit Zink überzogen sind, betroffen. Die Waren werden in folgende Zolltarifnummern eingereiht: 7210.61.20, 7210.61.30, 7225.92.25 und 7225.92.35. Die Maßnahme wird stufenweise umgesetzt. Der Zollsatz wird wie folgt stufenweise herabgesetzt:

  • Juni 2026 – 11. Juni 2027: 52,34 Prozent
  • Juni 2027 – 11. Juni 2028: 37,34 Prozent
  • Juni 2028 – 11. Juni 2029: 22,34 Prozent

Einige Entwicklungsländer und Zolltarifpositionen (rebate item) sind von dieser Maßnahme ausgenommen.

Zum vollständigen Beitrag: Schutzmaßnahmen für Einfuhren von rostfreien Stahlprodukten | Zollmeldung | Südafrika | Antidumping, Antisubvention

SÜDAFRIKA / ANTIDUMPING: SCHUTZMAßNAHMENUNTERSUCHUNG ZU EINFUHREN VON BÜROPAPIER

Südafrika leitet Schutzmaßnahmenuntersuchung zu A3 und A4 Büropapier ein.

Die Schutzmaßnahmenuntersuchung betrifft die Einfuhr von Büropapier in den Formaten A3 und A4 mit der südafrikanischen Zolltarifnummer: 4802.56.90.

Der Antrag auf Einleitung einer Untersuchung enthält Beweise für eine ernsthafte Schädigung, die durch den Anstieg der Einfuhren von A3 und A4 Büropapier verursacht wurde. Mit der Einleitung des Verfahrens wird die Absicht verfolgt, eine ernsthafte Schädigung des inländischen Wirtschaftszweiges, der gleichartige Ware herstellt, zu beheben oder zu verhindern.

Stellungnahmen interessierter Parteien sind innerhalb von 20 Tagen nach Einleitung der Untersuchung (5. Juni 2026) beim Directorate Trade Remedies einzureichen.

Zum vollständigen Beitrag: Schutzmaßnahmenuntersuchung zu Einfuhren von Büropapier | Zollmeldung | Südafrika | Antidumping, Antisubvention

Amerika

MEXIKO / KI: MEXIKO LIEFERT TECHNOLOGIE FÜR US-RECHENZENTREN

Auftragsfertiger montieren in Mexiko Server für KI-Rechenzentren, die in die USA exportiert werden. Auch deutsche Unternehmen profitieren vom KI-Boom.

Der US-Technologiekonzern Nvidia lässt seine begehrten KI-Chips größtenteils vom Auftragsfertiger TSMC in Taiwan produzieren. Vor der Nutzung in Rechenzentren werden die Halbleiter in größeren Serverschränken (auf Englisch „racks“) verbaut. Dieser Schritt erfolgt zunehmend in Mexiko. Dort sind Arbeitskräfte günstig. Zudem verfügt das Land über viel Erfahrung in der Montage von Elektronikprodukten wie etwa Flachbildschirm-TVs und Laptops.

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PERU / BERGBAU: PERUS BERGBAU IM WANDEL: DEUTSCHE TECHNOLOGIE GEFRAGT

Nachhaltigkeit, Wassereffizienz und Sekundärbergbau gewinnen in Perus Bergbau an Bedeutung. Deutsche Firmen sehen große Chancen für Technologie und individuelle Lösungen.

Perus Bergbau boomt: Zwischen 2025 und 2026 sollen zwölf neue Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 11 Milliarden US-Dollar starten. Zu den größten Vorhaben zählen die Kupferminen Tía María und Zafranal. Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit eröffnet deutschen Unternehmen neue Chancen – etwa bei Technologien zur Reduzierung des Wasserverbrauchs, Lösungen für Sekundärbergbau und Minenschließungen sowie bei erneuerbaren Energien. Deutsche Anbieter setzen dabei auf Kundennähe und innovative Konzepte, um ihre Marktpräsenz auszubauen.

Zum vollständigen Beitrag: Perus Bergbau im Wandel: Deutsche Technologie gefragt | Branchen | Peru | Bergbau und Rohstoffe

USA / IMPORT: USA LEITEN UNTERSUCHUNG ZU KOHLE EIN

Die US-Regierung prüft neue Handelsmaßnahmen für die Einfuhr von Anthrazitkohle und metallurgischer Kohle.

Am 29. Juni 2026 leitete der Handelsminister eine Untersuchung gemäß Section 232 of the Trade Expansion Act of 1962 (19 U.S.C. 1862) ein, um die Auswirkungen der Einfuhren von Kohle auf die nationale Sicherheit zu ermitteln.

Zum vollständigen Beitrag: USA leiten Untersuchung zu Kohle ein | Zollbericht | USA | Zolltarif, Einfuhrzoll

USA / MARKTEINTRITT: VERTRIEBSSTRUKTUREN UND RECHTLICHE EINORDNUNG IN DEN USA

Der erfolgreiche Markteintritt in den USA hängt maßgeblich von der Wahl des richtigen Vertriebsmodells ab. Gleichzeitig sind zahlreiche rechtliche Besonderheiten zu beachten.

Die Ausgestaltung von Vertragsbeziehungen in den Vereinigten Staaten ist durch eine ausgeprägte Vertragsfreiheit geprägt, zugleich jedoch durch ein komplexes Zusammenspiel aus US-Bundesrecht, einzelstaatlichem Recht und sektorenspezifischen Regulierungen begrenzt. Unternehmen verfügen grundsätzlich über weitgehende Gestaltungsfreiheit bei der Wahl der Verteilung wirtschaftlicher Risiken sowie der Regelung von Laufzeiten und Beendigungsmöglichkeiten. Diese Freiheit findet ihre Grenzen jedoch dort, wo zwingendes Recht oder branchenspezifische Schutzvorschriften eingreifen, die die Stellung des Vertriebspartners stärken oder die Dispositionsfreiheit des Herstellers einschränken.

Zum vollständigen Beitrag: Vertriebsstrukturen und rechtliche Einordnung in den USA | Rechtsbericht | USA | Handelsvertreterrecht

Asien und Ozeanien

ASIEN / EXPORTINITIATIVE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT: BERATUNGSGUTSCHEINE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT ASIEN

Sie wollen in Indien, Indonesien oder Vietnam wachsen? Mit EXGW-Beratungsgutscheinen erschließen KMU und Start-ups neue Märkte – inklusive Marktanalyse, Partnersuche sowie regulatorischer Unterstützung.

Mit dem Pilotprojekt „Beratungsgutscheine Gesundheitswirtschaft Asien“ unterstützt die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft (EXGW) kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups der industriellen Gesundheitswirtschaft dabei, wachstumsstarke Märkte in Asien gezielt zu erschließen – mit passgenauer, externer Beratung zum Markteintritt, strategischen und regulatorischen Anforderungen. Gefördert werden externe Beratungsleistungen für Vorhaben in Indien, Indonesien und Vietnam – insbesondere in Biotech/Pharma sowie Medizintechnik/Digital Health.

Zum vollständigen Beitrag: Beratungsgutscheine Gesundheitswirtschaft Asien | Exportinitiative Gesundheitswirtschaft | Export deutscher Gesundheitsprodukte

INDIEN / WASSERWIRTSCHAFT: „DER INDISCHE WASSERSEKTOR BIETET IMMENSES GESCHÄFTSPOTENZIAL“

Der indische Wassersektor wächst enorm, getrieben von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Modernisierungsbedarf. Im Gespräch zeigt Wilo Herausforderungen und Chancen auf.

Zum vollständigen Interview: „Der indische Wassersektor bietet immenses Geschäftspotenzial“ | Interview | Indien | Wassersektor

MONGOLEI / METALLINDUSTRIE: KUPFER, STAHL UND GOLD: MONGOLEI WILL METALLINDUSTRIE AUFBAUEN

Die Mongolei will damit beginnen, ihre Rohstoffe zu verarbeiten. Eine Kupferschmelze und eine Stahlhütte sollen den Anfang machen. Milliardeninvestitionen bahnen sich an.

Die Mongolei verfügt über umfangreiche Rohstoffvorkommen, aber nur eine begrenzte verarbeitende Industrie. Die Wirtschaft des Landes lebt vor allem vom Export von Kohle sowie Kupfererz und Kupferkonzentrat nach China. Rund 90 Prozent der Ausfuhren gehen in das Nachbarland. Insbesondere Kupfer hat sich dank hoher Weltmarktpreise und einer robusten Nachfrage zu einem wichtigen Devisenbringer entwickelt. Die steigenden Exporterlöse haben der mongolischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren zusätzliche Impulse verliehen.

Zum vollständigen Beitrag: Kupfer, Stahl und Gold: Mongolei will Metallindustrie aufbauen | Branchen | Mongolei | Metallurgie

PAZIFISCHE INSELSTAATEN / INFRASTRUKTUR: INFRASTRUKTURPROJEKTE IM PAZIFIK BIETEN CHANCEN FÜR UNTERNEHMEN

In den pazifischen Inselstaaten haben Infrastrukturprojekte hohe Priorität. Sie sollen Versorgungssicherheit stärken, die Klimaresilienz erhöhen sowie Lebenshaltungskosten senken.

Papua-Neuguinea (PNG), Fidschi, die Salomonen und Samoa sind teils kleine, schwer zugängliche pazifische Inselstaaten (Pacific Island Countries – PIC). Öffentliche Vorhaben treiben in den kommenden Jahren Investitionen in Infrastruktur (Transport, Wasser, Energie, Digitales). PNG verdient als größter Markt besondere Beachtung.

Ein Anteil der Infrastrukturinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt von über 6 Prozent in Ländern wie PNG und Fidschi zeigt die hohe Priorität. In der EU (circa 3,5 Prozent) und besonders in Deutschland (etwa 2,5 Prozent) lagen die durchschnittlichen öffentlichen Infrastrukturausgaben von 2012 bis 2023 prozentual deutlich darunter. China erreicht seit 2010 etwa 5 bis 6 Prozent.

Zum vollständigen Beitrag: Infrastrukturprojekte im Pazifik bieten Chancen für Unternehmen | Branchen | Pazifische Inselstaaten | Infrastrukturausbau

SÜDKOREA / HANDEL: ABKOMMEN MIT DER EU ÜBER DIGITALEN HANDEL UNTERZEICHNET

Um den digitalen Handel zwischen der EU und Südkorea zu erleichtern, haben beide Seiten am 10. Juni 2026 ein neues Abkommen, ein sogenanntes Digital Trade Agreement, unterzeichnet.

Ziel des Abkommens über den digitalen Handel ist die Förderung des bilateralen digitalen Handels sowohl mit Waren als auch mit Dienstleistungen.

Der vorläufige Entwurf des Abkommentextes umfasst insgesamt 40 Artikel. Unter anderem sollen danach Schutz und Vertrauen der Verbraucher – insbesondere im Online-Bereich (Art. 12 des Entwurfs) – gestärkt, Rechtssicherheit geschaffen und ungerechtfertigte Barrieren für den digitalen Handel abgebaut werden.

Zum vollständigen Beitrag: Südkorea und EU: Abkommen über digitalen Handel unterzeichnet | Rechtsbericht | Südkorea | Internationale Verträge

VIETNAM / PHARMA: VIETNAMS PHARMAMARKT WÄCHST UND DER WETTBEWERB NIMMT ZU

Vietnams Pharmamarkt wächst weiter, doch Kostendruck und Regulierung verändern die Spielregeln. Lokale Hersteller modernisieren, während sich der Wettbewerb verschärft.

  • Der Arzneimittelmarkt wächst weiter, nach Sondereffekten 2025 jedoch in normalisiertem Tempo.
  • Ausbau der Gesundheitsversorgung stützt die Nachfrage, insbesondere bei verschreibungspflichtigen Medikamenten und Generika.
  • Inländische Hersteller bauen Kapazitäten aus und investieren in höhere Qualitätsstandards.

Zum vollständigen Beitrag: Pharmaindustrie Vietnam

VIETNAM / WIRTSCHAFT: VIETNAMS INDUSTRIESTRATEGIE ERÖFFNET CHANCEN FÜR TECHNOLOGIEANBIETER

Private vietnamesische Konglomerate sollen zu nationalen Champions aufsteigen. Für deutsche Unternehmen entstehen Chancen als Technologiepartner und Zulieferer.

Mit dem Antritt von Generalsekretär To Lam im Jahr 2024 hat die Förderung des Privatsektors an Bedeutung gewonnen. Im Zentrum steht die Vision einer „Ära des nationalen Aufstiegs“. Vietnam soll den Wandel vom Werkbankstandort zu einem technologiegetriebenen Industrieland vollziehen. Forschung, Innovation und Infrastruktur sind die zentralen Hebel, um das Wirtschaftswachstum ab 2026 in den zweistelligen Bereich zu steigern.

Die Schlüsselrolle übernehmen vietnamesische Großunternehmen: Die Regierung will bis 2030 mindestens 20 wettbewerbsfähige Großunternehmen aufbauen. Die Auswahl erfolgt nicht auf Grundlage einer formellen Ernennung. Doch führende Privatkonzerne wie Vingroup, Sun Group, THACO oder Hoa Phat erkennen die politischen Signale und positionieren sich zunehmend als Träger der neuen Entwicklungsstrategie. Durch sie soll Vietnam vermehrt eigene industrielle und technologische Fähigkeiten aufbauen und sich weniger auf ausländische Investoren stützen.

Zum vollständigen Beitrag: Vietnams Industriestrategie eröffnet Chancen für Technologieanbieter | Wirtschaftsumfeld | Vietnam | Wirtschaftsstruktur

Europa

DÄNEMARK / WIRTSCHAFT: DÄNEMARKS NEUE REGIERUNG SETZT WIRTSCHAFTSPOLITISCHE IMPULSE

Die neue Vier-Parteien-Regierung richtet die Wirtschaftspolitik auf Stabilität und Transformation aus. Reformen, Investitionen und Außenhandel prägen den Ausblick.

Nach fast 70 Tagen Verhandlungen hat Dänemark Anfang Juni 2026 eine neue Regierung gebildet. Eine Mitte-links-Koalition, auch bekannt als Kleeblatt-Koalition, aus Sozialdemokraten, Sozialistischer Volkspartei (SF), Moderaten und Radikale Venstre führt Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in ihre dritte Amtszeit. Unterstützt von zwei kleineren Linksparteien kehrt damit erstmals seit Jahren die klassische Links-Rechts-Blockpolitik zurück.

Zum vollständigen Beitrag: Dänische Regierung setzt Impulse für stabile Wirtschaft

EU / ANTIDUMPING: ALUMINIUMFOLIE (JUMBO-ROLLEN) MIT URSPRUNG IN CHINA

Die EU-Kommission teilt das bevorstehende Außerkrafttreten der Maßnahmen mit. Die Antidumpingzölle gelten auch für Einfuhren aus Thailand.

Auf Einfuhren bestimmter Folien aus Aluminium (sogenannte Jumbo-Rollen) mit Ursprung in China gelten Antidumpingmaßnahmen, die 2022 verlängert wurden. Seit September 2021 gilt eine Ausweitung auf Einfuhren aus Thailand.

Zum vollständigen Beitrag: Antidumping – Aluminiumfolie (Jumbo-Rollen) mit Ursprung in China | EU Customs & Trade News | EU | Antidumping, Antisubvention

EU / LOGISTIK: NEUES LOGISTIK-HUB AN EU-GRENZE

Die internationale Logistikgruppe Global Ocean Link (GOL) plant den Bau eines modernen Logistik‑ und Distributionshubs in Solomonowo (Oblast Transkarpatien) nahe den Grenzen zu Ungarn und der Slowakei. Der als Klasse‑A+‑Komplex konzipierte Standort soll auf einem etwa 3,6 Hektar großen Grundstück entstehen und eine Gesamtfläche von über 13.500 Quadratmeter umfassen.

Zum vollständigen Beitrag: Neues Logistik-Hub an EU-Grenze | Investitionsprojekt | Logistik

EU / PHARMA: WACHSTUM TROTZ KOSTENDRUCK

Der europäische Arzneimittelmarkt legt weiter zu. Gleichzeitig verschärfen Regulierung, Produktionskosten und internationaler Wettbewerb die Standortfrage für Pharmaunternehmen.

Europa bleibt für die Pharmabranche ein Milliardenmarkt mit Wachstumspotenzial. Das Marktforschungsunternehmen BMI prognostiziert, dass die Arzneimittelverkäufe von 2025 bis 2029 um 16 Prozent zunehmen werden. In Euro ausgedrückt entspricht das einem Sprung von 411 Milliarden auf 478 Milliarden Euro. Damit entfällt ein Viertel des globalen Pharmamarkts auf den Alten Kontinent.

Das Wachstum wird angetrieben durch den demografischen Wandel und mehr chronische Krankheiten. Zudem kommen neue, oft maßgeschneiderte Therapien auf den Markt, die die Kosten erhöhen. Für die Krankenversicherungssysteme steigt dadurch allerdings der finanzielle Druck. Preisdeckelungen und Erstattungshürden bei Medikamenten gehören vielerorts zum Alltag der Branche.

Zum vollständigen Beitrag: Europäischer Pharmamarkt wächst trotz Kostendruck | Branchen | Europa | Pharma

FRANKREICH / UMSATZSTEUER: FRANKREICH FÜHRT DIGITALE RECHNUNGEN UND UMSATZMELDUNGEN EIN

Innerhalb Frankreichs wird die E-Rechnung verpflichtend. Meldepflichten kann es aber auch für deutsche Unternehmen ohne Niederlassung in Frankreich geben.

Neue Pflichten für in Frankreich ansässige Unternehmen

Die französischen Vorschriften zur elektronischen Rechnungsstellung (E-Invoicing) finden sich im Code général des impôts (CGI), dort in den Artikeln 289 ff. Diese Vorschriften erfassen ausschließlich Umsätze zwischen in Frankreich ansässigen und dort umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen (Art. 289bis CGI).

Zum vollständigen Beitrag: Frankreich führt digitale Rechnungen und Umsatzmeldungen ein | Rechtsbericht | Frankreich | Umsatzsteuer

NORWEGEN / WIRTSCHAFT: SOLIDES WACHSTUM IN NORWEGEN ERÖFFNET CHANCEN

Norwegens Wirtschaft ist robust. Auf die nachlassende Bedeutung von Öl und Gas hat das Land eine strategische Antwort – und deutschen Unternehmen bieten sich Geschäftschancen.

Norwegen hat das Jahr 2026 zum „Jahr der Totalverteidigung“ erklärt und setzt damit gezielt auf eine umfassende Stärkung der militärischen und zivilen Resilienz. Diese strategische Neuausrichtung sorgt kurz- bis mittelfristig für konjunkturelle Impulse. Konkret hat die Regierung ein umfangreiches Aufrüstungs- und Sicherheitsprogramm aufgelegt. Der Verteidigungshaushalt ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen: von umgerechnet rund 5,9 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf etwa 16,3 Milliarden Euro 2026. Bereinigt um Sonderausgaben für die Ukraine beläuft sich der reguläre Etat noch auf rund 10 Milliarden Euro. Insgesamt investiert Norwegen damit 2026 rund 3,3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Verteidigung.

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Osteuropa und Zentralasien

POLEN / TECHNOLOGIE: TAIWANISCHER TECHNOLOGIEPARK IN SÜDWESTPOLEN GEPLANT

Nach dem Rückzug von Intel wollen taiwanische Unternehmen auf dem freien Grundstück bei Wrocław investieren. Das Vorhaben könnte auch für deutschen Firmen interessant werden.

Der taiwanische Elektronikverband TEEMA will gemeinsam mit Foxconn in Miękinia bei Wrocław einen Technologiepark errichten, wie die Initiatoren das Vorhaben bezeichnen. Die Standortentscheidung gab TEEMA-Vizegeneralsekretär Tsai Sung-hui Ende Juni 2026 auf der Taiwan Expo in Warschau bekannt. Bereits im März 2026 hatte der Verband angekündigt, einen Technologiepark in Polen aufzubauen, damals jedoch noch ohne einen konkreten Standort zu nennen.

Der Technologiepark soll auf dem Gelände entstehen, auf dem ursprünglich der Chiphersteller Intel ein Werk errichten wollte. Das US-Unternehmen zog sich jedoch im Zuge eines Sparprogramms von dem Projekt zurück. Der taiwanische Technologiepark soll rund 150 Hektar der insgesamt etwa 400 Hektar großen Fläche nutzen.

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KASACHSTAN / AGRAR: KASACHSTAN BAUT DÜNGE-MITTELPRODUKTION GEZIELT AUS

Das Land will mehr Dünger für den Bedarf der Landwirtschaft sowie Exportmärkte produzieren. Neben Phosphat- und Stickstoffdünger soll das Portfolio um Kalidünger erweitert werden.

Der zentralasiatische Flächenstaat Kasachstan verfügt über ein erhebliches landwirtschaftliches Potenzial. Gleichzeitig stehen laut Vereinten Nationen 75 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen durch Landdegradation unter Druck.

Neben Wüstenbildung, Versalzung und Erosion ist auch die Nährstoffverarmung ein Thema. Letztere ist auf den geringen Einsatz von Mineraldüngemitteln zurückzuführen.

Zum vollständigen Beitrag: Kasachstan baut Düngemittelproduktion gezielt aus | Branchen | Kasachstan | Agrarchemikalien

KASACHSTAN / BERGBAU: KASACHSTANS BERGBAU BRAUCHT TECHNIK UND KAPITAL

Reich an Metallerzen, benötigt das Land Ausrüstung und Expertise. Für umfassende Rohstoffkooperationen bestehen jedoch weiterhin Hindernisse.

Kasachstan entwickelt sich zu einem zentralen Rohstoffakteur im eurasischen Raum. Das zentralasiatische Land liegt auf halbem Weg nach China und verfügt über zahlreiche Lagerstätten kritischer Rohstoffe. Zugleich besteht eine langjährige industrielle und metallurgische Kompetenz. Zudem verfolgt die Politik seit einigen Jahren das Ziel, im Rohstoffsektor stärkere Wertschöpfungsketten aufzubauen.

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UKRAINE / INVESTITIONEN: GROßE AUSBAUPLÄNE FÜR HAFEN TSCHORNOMORSK

Die Ukraine treibt die Öffnung des Hafens Tschornomorsk (Oblast Odessa) für private Betreiber voran. Im Rahmen einer im April 2026 als öffentlich-private Partnerschaft ausgeschriebenen Konzession eines Containerterminals wurden für den wettbewerblichen Dialog präqualifiziert:

  1. APM Terminals(Niederlande),
  2. Konsortium aus Mariner(Malta) und TAS (Ukraine),
  3. Yilport Holding(Türkei),
  4. Konsortium aus Abu Dhabi Ports Company(Vereinigte Arabische Emirate) und SKF (Schweden).

Nun werden zusammen mit den Begleitorganisationen – der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und der Weltbank-Tochter IFC – Projektparameter wie Konzessionsbeginn, Investitionsverpflichtungen und Risikomanagement verhandelt.

Zum vollständigen Beitrag: Große Ausbaupläne für Hafen Tschornomorsk | Investitionsprojekt | Hafeninfrastruktur

UNGARN / WIRTSCHAFT: MACHTWECHSEL IN UNGARN: UNTERNEHMEN HOFFEN AUF REFORMEN

Nach dem Wahlsieg von Tisza steht die Wirtschaftspolitik vor einem Neustart. Die Sanierung der Staatsfinanzen wird zur ersten Bewährungsprobe.

Der Orbán-Herausforderer Péter Magyar steuert nach der Parlamentswahl am 12. April 2026 auf einen Erdrutschsieg zu. Seine Tisza-Partei könnte mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament regieren. Während Orbán den Ukraine-Krieg ins Zentrum seiner Kampagne stellte, konzentrierte sich Magyar auf innenpolitische Themen und adressierte die Alltagssorgen vieler Menschen in Ungarn. Er kritisierte Korruption im Umfeld der Regierungspartei und machte sie für Probleme im Gesundheits- und Bildungssystem sowie für die schwache wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich.

Zum vollständigen Beitrag: Machtwechsel in Ungarn: Unternehmen hoffen auf Reformen | Wirtschaftsumfeld | Ungarn | Parlamentswahlen 2026

USBEKISTAN / LOGISTIK: USBEKISCHE LOGISTIK-BRANCHE SETZT ZUR AUFHOLJAGD AN

Der junge Logistikmarkt der zentralasiatischen Republik wächst. Lokale Akteure expandieren und binden ausländische Partner ein. Zahlreiche Lager- und Logistikzentren sind geplant.

Die usbekische Logistikbranche bietet ein breites Geschäftsfeld für ausländische Anbieter. Denn lokale Unternehmen sind bei Hebetechnik, Flurförderzeugen, Kranen und Lagertechnik weitestgehend auf Importe angewiesen. Dies gilt auch für Kühllager, wo Kühltechnik, Kontrollsysteme und Dämmmaterialien zum Einsatz kommen. Der Bedarf an Know-how für leistungsfähige Umschlags-, Beschaffungs-, Absatz- und Distributionslogistik ist hoch. Ausländische Unternehmen können mit Automatisierungs-, KI- und Softwarelösungen Wettbewerbsvorteile erzielen.

Zum vollständigen Beitrag: Usbekische Logistikbranche setzt zur Aufholjagd an | Branchen | Usbekistan | Transport und Logistik

Naher Osten und mittlerer Osten

ISRAEL / IT: ISRAEL BAUT MASSIV NEUE RECHENZENTREN

Investitionen in israelische Rechenzentren könnten sich bis 2031 verdreifachen. Vor allem bei Energie, Kühlung und Gebäudetechnik entstehen Lieferchancen.

Israel treibt den Ausbau seiner Rechenzentren deutlich voran. Insgesamt 22 Projekte sind derzeit in Planung oder im Bau. Das Marktforschungsunternehmen Arizton prognostiziert, dass die Investitionen in Rechenzentren (kumulierter jährlicher Bruttobestand) von 539 Millionen US-Dollar (US$) im Jahr 2025 bis 2031 auf 1,8 Milliarden US$ steigen werden. Die Entwicklung steht im Kontext der Hochtechnologiepolitik der israelischen Regierung. Die neuen Anlagen sollen die erforderlichen Kapazitäten zum Ausbau der künstlichen Intelligenz sicherstellen. Deutsche Zulieferer haben vor allem im Segment der technischen Infrastruktur gute Chancen.

Der jüngste militärische Konflikt mit Iran hat den Trend zum Ausbau der digitalen Infrastruktur nicht beeinträchtigt. Nennenswerte Störungen in der Zulieferung internationaler Komponenten sind nicht bekannt.

Zum vollständigen Beitrag: Israel baut massiv neue Rechenzentren | Branchen | Israel | Informations- & Kommunikationstechnologien

SYRIEN / ZOLL: SYRIEN REFORMIERT DEN ZOLL

Syrien modernisiert sein Zollsystem grundlegend: Seit 1. Juni 2026 gelten ein neues Zollgesetz und ein harmonisierter Zolltarif.

Ende 2025 erließ der syrische Übergangspräsident das Dekret Nr. 244 zur Einrichtung der „General Authority for Borders and Customs“ und leitete damit eine institutionelle Neuausrichtung der Zollverwaltung ein. 2026 folgten mit einem neuen Zollgesetz und einem harmonisierten Zolltarif weitere Reformschritte.

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TÜRKEI / AGRAR: TÜRKEI PRÜFT HALAL-ANGABEN KÜNFTIG ÜBER TAREKS

Gekennzeichnete Waren werden künftig über das Einfuhrkontrollsystem Tareks erfasst. Die Regelung betrifft vor allem bestimmte Lebensmittel.

Die Halal-Zertifizierung für Exporte in die Türkei ist grundsätzlich freiwillig. Im Rahmen von Zoll- oder Einfuhrverfahren besteht keine verpflichtende Halal-Dokumentation. Die Nachfrage nach halal-zertifizierten Waren ist weitgehend marktbasiert.

Anders verhält es sich bei Waren mit Halal-Kennzeichnung oder Halal-Claim: Für deren Einfuhr in die Türkei muss seit Anfang 2024 ein Halal-Zertifikat vorgelegt werden. Dieses muss von einer durch die türkische Halal-Akkreditierungsbehörde HAK (Helal Akreditasyon Kurumu) akkreditierten Stelle stammen. In Deutschland sind derzeit drei Zertifizierungsunternehmen akkreditiert.

Zum vollständigen Beitrag: Türkei prüft Halal-Angaben künftig über Tareks | Zollbericht | Türkei | Nahrungsmittel, Getränke

VAE / VERTRAGSRECHT: NEUE GESETZE

Am 1. Juni 2026 ist das neue Gesetz Nr. 25/2025 über zivilrechtliche Transaktionen (ZGB) in Kraft getreten.

VAE keine Vertragspartei des UN-Kaufrechts

Die VAE sind kein Vertragsstaat des Wiener Übereinkommens über den internationalen Warenkauf (UN-Kaufrecht). Gleichwohl kann das UN-Kaufrecht bei grenzüberschreitenden Verträgen zwischen den VAE und Deutschland zur Anwendung kommen, wenn aufgrund der Rechtswahl oder aufgrund von Kollisionsrecht das deutsche Recht gilt. Denn auch das UN-Kaufrecht ist mit dessen Ratifizierung Teil des deutschen Rechts geworden.

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Welt

WELT / HANDEL: DIE STRAßE VON MALAKKA IST EIN NADELÖHR DES WELTHANDELS

Fast der gesamte Handel zwischen Europa und Ostasien führt durch die Meerenge zwischen Malaysia, Indonesien und Singapur. Bei einer Blockade wären andere Routen länger und teurer.

Die Straße von Malakka ist eine knapp 900 Kilometer lange Meerenge, die zwischen Indonesien im Westen sowie Malaysia und Singapur im Osten liegt. Die meistbefahrene Wasserstraße der Welt passieren fast 100.000 Handelsschiffe pro Jahr. Ihre gesamten Ladungen machen geschätzt rund ein Drittel des wertmäßigen Seehandels aus.

Zum vollständigen Beitrag: Die Straße von Malakka ist ein Nadelöhr des Welthandels | Special | Südostasien | Lieferketten, Beschaffung

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